"Balkonkraftwerke" an Balkonen eines Mehrfamilienhauses.

"Balkonkraftwerke" an Balkonen eines Mehrfamilienhauses.

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    Mit "Balkonkraftwerken" als Mieter Strom erzeugen

    Mit "Balkonkraftwerken" als Mieter Strom erzeugen

    Sie stehen im Vorgarten, auf der Terrasse oder dem Balkon: Durch kleine Photovoltaik-Anlagen kann unkompliziert selbst grüner Strom produziert werden - und das ohne Genehmigung. Die Idee findet immer mehr Anklang, besonders bei Mietern.

    Schon ab 300 Euro gibt es sogenannte Balkonkraftwerke, also Mini-Photovoltaik-Anlagen, zur Produktion von eigenem Solarstrom. Ohne behördliche Genehmigung kann damit, über die eigene Steckdose, grüner Strom gewonnen werden. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise ist das ein verlockender Gedanke. Doch rentiert sich das?

    Registrierung bei Bundesnetzagentur und Netzbetreiber

    Maximal 600 Watt können solche Paneele erzeugen, ob im Vorgarten, auf dem Balkon oder der Terrasse. Registriert werden sollte die kleine Photovoltaik-Anlage lediglich bei der Bundesnetzagentur und dem eigenen Netzbetreiber. Das lässt sich vergleichsweise einfach online erledigen.

    Bei der Bundesnetzagentur sind momentan erst rund 40 solcher Balkonanlagen im Register verzeichnet, da die Registrierung aktuell nicht verpflichtend für die Anlagenbetreiber ist. Die Bundesnetzagentur rechnet jedoch damit, dass künftig mehr Anlagen registriert werden.

    Allein die Regensburg Netz GmbH meldet auf BR24-Anfrage bereits rund 80 Mini-Photovoltaik-Anlagen in ihrem Netzgebiet. Sie geht in diesem Zusammenhang jedoch von einer gewissen Dunkelziffer aus, also von Anlagen, die nicht gemeldet sind.

    Kosten für das Balkonkraftwerk: Zwischen 300 und 1.000 Euro

    Wer die Solarpaneele auf dem Dach, der Hauswand oder direkt am Balkongeländer anbringen will, sollte auch den Vermieter oder die Hausgemeinschaft informieren, da hier ein Eingriff in die Optik des Hauses vorliegt. Die Kosten für die Paneele liegen zwischen 300 und rund 1.000 Euro.

    Dabei kommt es darauf an, ob es sich um ein einzelnes Paneel mit rund 300 Watt für eine Person handelt oder ob etwa eine Familie zwei Paneele kauft.

    Anschluss sollte vom Elektriker vorgenommen werden

    Der Anschluss der Mini-Photovoltaik-Anlage könnte eigentlich selbst vorgenommen werden. Doch Theresa Uhlemann von der Energieagentur Regensburg empfiehlt, einen Elektriker kommen zu lassen, denn am Ende sei das Modul immer noch eine "elektrische Erzeungsanlage", egal wie klein. Daneben ist spezielles Zubehör notwendig:

    Man braucht auch eine bestimmte Steckdose, das sind Wieland-Stecker. Dadurch kann das Kabel dann nicht einfach herausgezogen werden. Diese Steckdose sollte besser ein Elektriker einbauen als ein Laie." Theresa Uhlemann, Projektingenieurin bei der Energieagentur Regensburg

    Der gesamte Strombedarf eines Haushalts wird durch die Mini-Photovoltaik-Anlage zwar nicht gedeckt, doch trotzdem kann so die eigene Stromrechnung ein wenig verringert werden, da weniger Strom vom Versorger gekauft werden muss. Ein Erfahrungsbericht aus Donaustauf im Landkreis Regensburg zeigt: Im ersten Jahr, von Juni 2021 bis Juni 2022, hat sich ein Nutzer einer solchen Mini-Photovoltaik-Anlage insgesamt 70 Euro an Stromkosten gespart - seine Anlage hat rund 350 Euro gekostet.

    Strom geht an die Geräte, die es gerade brauchen

    Das heißt: Wenn sein Ertrag durch die Solaranlage so bleibt, hat sich der Kauf nach etwa fünf Jahren rentiert. Und der Strom, den er dadurch produziert, der wird dann über die Steckdose einfach weiterverteilt auf die Geräte, die es gerade brauchen. Zum Beispiel: Kühlschrank, Fernseher im Standby Modus oder der WLAN-Router. Wird der Strom der Anlage verwendet, läuft der Stromzähler langsamer oder kommt an einem guten Tag mit viel Sonne vielleicht auch zum Stillstand.

    Es kommt bei den "Balkonkraftwerken", wie auch bei Photovoltaik, auf gute Witterung und einen guten Standort an. Empfohlen wird: Eine Ausrichtung nach Südosten und ein Einfallswinkel von 36 Grad. Und natürlich gutes Wetter und kein Schatten. Angeboten werden die Paneele im Internet oder auch beim Elektriker.

    Auch in den Städten wird das Thema der Stecker-Solaranlagen immer präsenter. Der Weidener Stadtrat zum Beispiel entscheidet am Montag, den 27. Juni über eine Bezuschussung privat betriebener Stecker-Solaranlagen. Bis zu 100 Euro soll es laut der Beschlussvorlage der Stadt für die Neuanschaffung geben.

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