Solarmodule für ein sogenanntes Balkonkraftwerk hängen an einem Balkon.
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Solarmodule für ein sogenanntes Balkonkraftwerk hängen an einem Balkon.

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Mit Balkonkraftwerken als Mieter Strom erzeugen: Was gilt

Sie stehen im Vorgarten, auf der Terrasse oder dem Balkon: Durch kleine Photovoltaik-Anlagen kann unkompliziert selbst grüner Strom produziert werden - und das ohne Genehmigung. Die Idee findet immer mehr Anklang, besonders bei Mietern.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Schon ab rund 300 Euro gibt es sogenannte Balkonkraftwerke, also Mini-Photovoltaik-Anlagen, zur Produktion von eigenem Solarstrom. Ohne behördliche Genehmigung kann damit, über die eigene Steckdose, grüner Strom gewonnen werden. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise ist das ein verlockender Gedanke. Doch rentiert sich das?

Registrierung bei Bundesnetzagentur und Netzbetreiber

Maximal 600 Watt können solche Paneele erzeugen, ob im Vorgarten, auf dem Balkon oder der Terrasse. Registriert werden sollte die kleine Photovoltaik-Anlage lediglich bei der Bundesnetzagentur und dem eigenen Netzbetreiber. Das lässt sich vergleichsweise einfach online erledigen.

Bei der Bundesnetzagentur sind momentan (Stand 18. Februar 23) 2776 solcher Balkonanlagen in Bayern verzeichnet. Momentan sind laut Bundesnetzagentur 253 weitere Balkonkraftwerke in Bayern in Planung. Allein 2023 sind 524 neue Balkonanlagen registriert worden.

Zum Vergleich: Ende Juni 2022 waren lediglich etwa 40 Balkonkraftwerke offiziell verzeichnet. Es wird jedoch von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

Kosten für das Balkonkraftwerk: Zwischen 300 und 1.000 Euro

Wer die Solarpaneele auf dem Dach, der Hauswand oder direkt am Balkongeländer anbringen will, sollte auch den Vermieter oder die Hausgemeinschaft informieren, da hier ein Eingriff in die Optik des Hauses vorliegt.

Die Kosten für die Paneele liegen zwischen 300 und rund 1.000 Euro. Dabei kommt es darauf an, ob es sich um ein einzelnes Paneel mit rund 300 Watt für eine Person handelt oder ob etwa eine Familie zwei Paneele kauft.

Mini-Photovoltaik-Anlage: So funktioniert der Anschluss

Der Anschluss der Mini-Photovoltaik-Anlage kann eigentlich selbst vorgenommen werden. Doch Theresa Uhlemann von der Energieagentur Regensburg empfiehlt, einen Elektriker kommen zu lassen, denn am Ende sei das Modul immer noch eine "elektrische Erzeugungsanlage", egal wie klein. Daneben ist spezielles Zubehör notwendig:

Man braucht auch eine bestimmte Steckdose, das sind Wieland-Stecker. Dadurch kann das Kabel dann nicht einfach herausgezogen werden. Diese Steckdose sollte besser ein Elektriker einbauen als ein Laie." Theresa Uhlemann, Projektingenieurin bei der Energieagentur Regensburg

Balkonkraftwerk nach etwa 5 Jahren amortisiert

Der gesamte Strombedarf eines Haushalts wird durch die Mini-Photovoltaik-Anlage zwar nicht gedeckt, doch trotzdem kann so die eigene Stromrechnung ein wenig verringert werden, da weniger Strom vom Versorger gekauft werden muss.

Ein Erfahrungsbericht aus Donaustauf im Landkreis Regensburg zeigt: Im ersten Jahr, von Juni 2021 bis Juni 2022, hat sich ein Nutzer einer solchen Mini-Photovoltaik-Anlage insgesamt 70 Euro an Stromkosten gespart - seine Anlage hat rund 350 Euro gekostet.

Welche Geräte profitieren? So funktioniert das Einspeisen des Stroms

Das heißt: Wenn sein Ertrag durch die Solaranlage so bleibt, hat sich der Kauf nach etwa fünf Jahren rentiert. Und der Strom, den er dadurch produziert, der wird dann über die Steckdose einfach weiterverteilt auf die Geräte, die es gerade brauchen. Zum Beispiel: Kühlschrank, Fernseher im Standby Modus oder der WLAN-Router. Wird der Strom der Anlage verwendet, läuft der Stromzähler langsamer oder kommt an einem guten Tag mit viel Sonne vielleicht auch zum Stillstand.

Es kommt bei den Balkonkraftwerken, wie auch bei Photovoltaik, auf gute Witterung und einen guten Standort an. Empfohlen wird: Eine Ausrichtung nach Südosten und ein Einfallswinkel von 36 Grad. Und natürlich gutes Wetter und kein Schatten. Angeboten werden die Paneele im Internet oder auch beim Elektriker.

Städte geben immer mehr Förderungen für Stecker-Solaranlagen

Auch in Städten wird das Thema der Stecker-Solaranlagen immer präsenter: In Weiden in der Oberpfalz fördert die Stadt die Stecker-Solargeräte mit 100 Euro pro Anlage. Auch Ingolstadt fördert die Anlagen mit einem pauschalen Zuschuss von 200 Euro.

Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat letztes Jahr 80 der PV-Balkonkraftwerke bezuschusst. Wie das Landratsamt Ende Januar mitteilte, wurde der Fördertopf von insgesamt 8.000 Euro laut Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit e.V. in Ensdorf voll ausgeschöpft. Der Landkreis hatte das Förderprojekt im Juli 2022 ins Leben gerufen, um Endverbrauchern wegen der steigenden Energiekosten beim Stromsparen zu unterstützen. Weil der Fördertopf leer ist, ist die Fördermaßnahme beendet.

  • Zum Artikel "Kreis Regensburg: Bald Selbstversorger mit erneuerbarer Energie?"
Ein Stromzähler
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