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Hier wäre viel Platz für Schüler: Nockherberg-Wirt Christian Schottenhamel im Gespräch mit Schulleiterin Birgit Reiter

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    Bald Schule statt Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg?

    Präsenzunterricht für möglichst viele Schüler in der Corona-Krise – das ist das Ziel der Initiative "Schule im Hotel". Kinder sollen in ohnehin leerstehenden Räumen lernen, etwa auf dem Münchner Nockherberg. Die forsche Idee könnte funktionieren.

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    Von
    • Moritz M. Steinbacher

    Den Kopf nicht in den Schnee stecken, sondern jetzt schon handeln. Genau das fordert Gregor Abt. Seine Kinder besuchen eigentlich ein Münchner Gymnasium. Sollte Präsenzunterricht wieder erlaubt werden, ist dort allerdings ist kein Platz, um alle Schüler gleichzeitig mit den geforderten Mindestabständen zu unterrichten. Um Wechselunterricht oder Distanzunterricht zu vermeiden, will Abt, dass möglichst viele Schüler wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren können, sobald es der Inzidenzwert zulässt.

    Konferenzräume gut ausgestattet für Unterricht in Corona

    Deswegen hat Abt die Initiative "Schule im Hotel" gegründet. "Es ist doch frappierend, wie viele Räume derzeit in Hotels oder Restaurants leer stehen. Insofern wäre es doch eine große Chance, diese Räume zu nutzen, damit Schüler wieder in den Präsenzunterricht gehen können", sagt er. Tagungsräume in Hotels und Gaststätten hätten die nötige Infrastruktur, schließlich seien sie genau dafür geplant worden. Noch dazu würden sie den Hygieneauflagen gerecht.

    Nockherberg: Bald Mathe statt Politiker-Derblecken?

    Damit man aber nicht "wie der Ochs vorm Berg" stehe, wenn Präsenzunterricht wieder erlaubt ist, will der Vater zweier Kinder, dass schon jetzt Konzepte erarbeitet und die nötigen Genehmigungen eingeholt werden.

    Dass Abts Vision von Schule im Hotel kein Hirngespinst ist, zeigt das Beispiel der Münchner Traditionsgaststätte "Paulaner am Nockherberg". Im riesigen Festsaal, dort wo normal das Politiker-Derblecken stattfindet, könnten bald 100 Schüler des benachbarten Maria-Theresia-Gymnasiums unterrichtet werden. Die nötige Genehmigung des Sachaufwandträgers, dem Münchner Referat für Bildung und Sport (RBS), steht zwar noch aus, doch sei man der Idee nicht abgeneigt.

    Präsenzunterricht zentrales Element der Schule

    Die Schulleiterin des Maria-Theresia-Gymnasiums Bettina Reiter ist ebenfalls von der Idee sehr angetan. "Das würde uns unglaublich entlasten, weil wir in räumlich beengten Verhältnissen arbeiten." Zudem sei Präsenzunterricht wahnsinnig wichtig für den Kontakt zu den Schülern.

    Ob das Konzept "Schule im Hotel" für alle Lehranstalten nützlich ist, weiß die Schulleiterin aber nicht. Vielmehr müsse das jede Schule vor Ort selbst entscheiden.

    Gaststättenverband prüft Idee

    Nockherberg-Wirt Christian Schottenhamel, der seinen 1.700 Quadratmeter großen Festsaal unentgeltlich zur Verfügung stellen würde, kam durch eine Mitarbeiterin auf die Idee. Schottenhamel ist zugleich auch Vorsitzender des Münchner Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) und findet Gregor Abts Initiative "Schule im Hotel" eine hervorragende Idee. Derzeit läuft bei der Dehoga laut Schottenhamel eine Abfrage unter den rund 1.200 Mitglieder, inwieweit sie Räume zur Verfügung stellen könnten.

    Gregor Abt ist hoffnungsvoll. Auch das Gymnasium seiner Kinder ist derzeit in Gesprächen mit einem Hotel in der Nachbarschaft.

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    "Schule im Hotel"-Initiator Gregor Abt vor der Schule seiner Kinder.

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