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Bahnunglück Bruckberg: Junge bittet Bürgermeister um Hilfe | BR24

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Der siebenjährige Björn hat nach dem Zugunglück in Bruckberg Angst um seinen älteren Bruder: Dieser muss ebenfalls auf dem Schulweg die Gleise überqueren.

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Bahnunglück Bruckberg: Junge bittet Bürgermeister um Hilfe

Der siebenjährige Björn und sein älterer Bruder Nils müssen jeden Tag mit der Bahn von Bruckberg nach Landshut fahren, wie die beiden dort verunglückten Brüder. Nun hat Björn einen Brief an den Bürgermeister geschrieben, mit einer großen Bitte darin.

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Von
  • Harald Mitterer
  • BR24 Redaktion

Vor fast genau vier Wochen erschütterte ein tragisches Unglück am Bahnübergang nicht nur das kleine Bruckberg bei Landshut, sondern ganz Bayern. Zwei Schüler - 13 und 17 Jahre alt - wurden auf dem Schulweg von einem Zug erfasst und getötet. Sie hatten den Bahnübergang trotz geschlossener Schranken überquert, weil sie einen im Bahnhof wartenden Zug zur Schule nach Landshut noch erreichen wollten. Ein durchfahrender Zug überrollte sie. Dem siebenjährigen Björn lässt das keine Ruhe: Er schreibt an den Bürgermeister.

Junge hat Angst um seinen älteren Bruder

Björn hat Angst um seinen älteren Bruder Nils. Der hat bei dem Unglück zwei Freunde verloren und muss selbst jeden Tag den Bahnübergang in Bruckberg überqueren. Als Bürgermeister Rudolf Radlmeier (FW) den Brief von Björn liest, stockt ihm der Atem: "Das ist eine hochemotionale Sache, wenn einem ein kleiner Bub die Sorgen schildert, die er um den Bruder hat."

Unterschriftenaktion für Überführung

Björn wünscht sich, dass die Gemeinde statt der Schranken eine Überführung über die Bahngleise baut. Eltern wie Manuela Benedikt schließen sich an und starten eine Unterschriftenaktion:

"Ich habe selbst einen Sohn mit 13 Jahren, der hier jeden Tag mit dem Zug zur Schule fährt. Es muss sich was ändern." Manuela Benedikt, Mutter

Bei einer Ortsbegehung wurde den Eltern die Lage am Bahnübergang erst klar. Dort werden immer noch Blumen abgelegt und Kerzen angezündet für die beiden verunglückten Schüler.

"Ich hab da mal gemessen in der Zeit von 06.55 Uhr bis 07.11 Uhr, wo der Zug der Kinder fährt. In der Zeit kommen drei Züge. Zwei halten, einer fährt durch. Sie hören selber, die Schranken gehen rauf und runter, aus diesen 15 Minuten bleiben gerade mal drei Zeitfenster, drei, vier Minuten." Vater Markus Gehse

Bahnstrecke hochfrequentiert

Viel zu wenig Zeit zum Überqueren für die Kinder, kritisieren die Eltern. Sie sagen, die Bahn treffe nach den bisherigen Ermittlungen keinerlei Schuld an dem Unglück. Trotzdem: Vor Ort erlebe man, wie die Schranken dauernd rauf und runter gingen. Von der Deutschen Bahn gebe es keine Rückmeldung, wie viele Züge am Tag genau fahren, weil auch andere Betreiber die Strecke nutzen würden. Es seien aber wohl über 100 Züge am Tag. Die Strecke zähle zu den meist befahrenen in ganz Bayern. Und seit dem Unglück gehe die Angst um am Bahnübergang in Bruckberg, bestätigt auch Bürgermeister Rudolf Radlmeier.

Eine Frage der Finanzierung

Nicht nur der kleine Björn, sondern auch Erwachsene fordern eine Über- oder noch besser Unterführung. Die Bahn fühlt sich dafür nicht unmittelbar zuständig und verweist auf das Eisenbahnkreuzungsgesetz. Wenn die Gemeinde eine Unterführung wolle, müsse sie diese beantragen und dann auch finanzieren.  Die Kosten im zweistelligen Millionenbereich würden die kleine Kommune überfordern, sagt der Bürgermeister

"Hier geht es doch um mehr. Um die Sicherheit von Kindern, der Pendler, die den Zug nutzen. Da müssen sich Bahn, Bund und Land schon beteiligen. Das kann nicht Aufgabe der Gemeinde allein sein." Rudolf Radlmeier, Bürgermeister von Bruckberg

Künftig könnten hier sogar noch mehr Züge verkehren. Derzeit laufen Gespräche, den Raum Landshut in den Münchner Verkehrsverbund MVV aufzunehmen.

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Vor vier Wochen wurden zwei Schüler in Bruckberg auf dem Schulweg von einem Zug erfasst und getötet. Sie hatten offenbar den Bahnübergang trotz geschlossener Schranken überquert. Die Stimmen für eine sichereren Bahnübergang mehren sich seitdem.

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