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Bahnstrecke Gotteszell-Viechtach: Krisengipfel mit Ministerin | BR24

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Nach den Protesten gegen die geplante Stilllegung der Bahnnebenstrecke Gotteszell-Viechtach trifft sich Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Montag mit Kommunalpolitikern aus der Region zu einem Krisengipfel.

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Bahnstrecke Gotteszell-Viechtach: Krisengipfel mit Ministerin

Hat die Bahnstrecke Gotteszell-Viechtach noch eine Zukunft? Der Probebetrieb soll eingestellt werden. Heute kommt Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer deshalb zum Krisengipfel in den Bayerischen Wald. Waldbahn-Befürworter wollen demonstrieren.

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Nach den Protesten gegen die geplante Stilllegung der Bahnnebenstrecke Gotteszell-Viechtach im Kreis Regen trifft sich Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) mit Kommunalpolitikern aus der Region zu einem Krisengipfel. Bahnbefürworter der Region kommen gleichzeitig zu einer Demo auf dem Regener Stadtplatz zusammen.

Pressekonferenz im Livestream

An dem Treffen im Landratsamt nehmen unter anderem die Regener Landrätin Rita Röhrl (SPD) und der Landtagsabgeordnete Max Gibis (CSU) teil, wie das Landratsamt mitteilte. Nach diesem Gespräch wird es gegen 17.30 Uhr eine Pressekonferenz geben. Der Landkreis überträgt diese im Livestream auf seiner Homepage www.landkreis-regen.de.

Bahnbefürworter wollen demonstrieren

Ab 18 Uhr treffen sich Bahnbefürworter der Region zu einer Demo auf dem Regener Stadtplatz. Veranstalter ist der Förderverein für nachhaltige Mobilität "Go-Vit", der sich seit Jahren für die Bahnstrecke engagiert. Er bittet die Demo-Teilnehmer darum, mit der Waldbahn nach Regen zu fahren. "Go-Vit" übernimmt die Fahrtkosten. Wegen der Corona-Vorsorge müssen alle während der Demo einen Mund-Nase-Schutz tragen und Abstand halten.

Verkehrsministerin Schreyer trifft sich nach der Pressekonferenz am Abend mit der CSU-Kreistagsfraktion in einem Gebäude am Regener Stadtplatz, soll also die Demo mitbekommen. Auch die Regener Kreis-CSU fordert, dass die Bahnstrecke erhalten bleibt.

Bahnstrecken-Aus wegen schlechter Auslastung?

Das Bayerische Verkehrsministerium hatte Ende August bekannt gegeben, dass der derzeit laufende Probebetrieb auf der reaktivierten Bahnnebenstrecke Viechtach-Gotteszell wegen der konstant schlechten Auslastung eingestellt würde. Gegen diese Entscheidung hatten Kommunalpolitiker aller Parteien, aber auch der Fahrgastverband Pro Bahn protestiert.

Die vom Ministerium geforderten Fahrgastzahlen wurden von Beginn an deutlich verfehlt. Derzeit werden immer noch weniger als 500 Personenkilometer pro Werktag erreicht. Bedingung für einen Dauerbetrieb wäre ein Wert von 1.000.

Bahnstrecke seit Jahrzehnten umstritten

Die knapp 25 Kilometer lange Bahnnebenstrecke von Viechtach nach Gotteszell war Anfang der 90er-Jahre stillgelegt worden. Eisenbahnnostalgiker sorgten dann nach der Jahrtausendwende für eine Reaktivierung mit Ausflugs- und Sonderfahrten an den Wochenenden.

Seit mehr als zehn Jahren kämpften Kommunalpolitiker vor Ort dann um die vollständige Wiederbelebung der Bahnstrecke. Das Verkehrsministerium in München begleitete das Projekt von Anfang an mit Skepsis. Nach einem Bürgerentscheid startete schließlich 2016 ein zunächst auf zwei Jahre angelegter Probebetrieb.

Im Jahr 2018 war der Probebetrieb auf der Bahnstrecke dann trotz der schlechten Ergebnisse um drei weitere Jahre verlängert worden. Schon damals hatten Kommunalpolitiker kritisiert, dass die für die Einrichtung eines Dauerbetriebs geforderten Fahrgastzahlen auf der Nebenstrecke nicht zu erreichen seien. Immer wieder wurde daher in der Vergangenheit eine Änderung der Kriterien gefordert.

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