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Bahnstrecke Augsburg-Ulm: DB stellt vier denkbare Trassen vor | BR24

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein ICE fährt auf der Bahnstrecke Augsburg-Ulm.

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    Bahnstrecke Augsburg-Ulm: DB stellt vier denkbare Trassen vor

    ICEs, Regionalverkehr und dazu noch Güterzüge - auf der Strecke von Augsburg nach Ulm wird's oft eng. Die Deutsche Bahn will das ändern und die Strecke ausbauen. Jetzt hat der Staatskonzern deutlich gemacht, wo neue Trassen verlaufen könnten.

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    Das deutsche Planungswesen ist reich an Fachbegriffen. Einer davon lautet "Grundlagenermittlung". Diese Phase hat der geplante Ausbau der Bahnstrecke von Augsburg nach Ulm gerade hinter sich gelassen. Das wurde bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag in Augsburg deutlich. Das heißt, das Großprojekt steht zwar noch am Anfang, aber es kommt voran.

    Bahn plant mit vier möglichen Trassen

    Vier denkbare Trassen zwischen Lech und Iller stellte der bayerische DB-Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel vor. In allen vier Szenarien ist eine Mischung aus einem Ausbau der bestehenden Strecke und einem Neubau von Trassenabschnitten vorgesehen - wobei der Neubau-Anteil jeweils überwiegt. Zum Teil verlaufen die geplanten Strecken entlang der bestehenden Gleise, zum Teil parallel zur Autobahn A8.

    15 Minuten weniger für die Strecke Augsburg-Ulm

    Bisher teilen sich Fern-, Regional- und Güterzüge die bestehenden beiden Gleise. Mit dem Ausbauprojekt soll der Zugverkehr zwischen Augsburg und Ulm entzerrt werden, so dass insgesamt mehr Züge auf der Strecke rollen können - und das auf mehr Gleisen als bisher.

    Ziel der Deutschen Bahn ist es, die Fahrtzeit von Augsburg nach Ulm auf unter 30 Minuten zu drücken. Das ist knapp eine Viertelstunde weniger als bisher. Außerdem sollen Bahnreisende im Rahmen des ebenfalls geplanten Deutschland-Takts sowohl in Augsburg als auch in Ulm bessere Anschlussmöglichkeiten haben.

    Bahn: Vorteile für Regional- und Fernverkehr in Schwaben

    Manche in der Region befürchten, dass kleinere Orte in Schwaben durch die Pläne abgehängt werden könnten. Solche Sorgen versuchte der DB-Manager heute zu zerstreuen. Josel sieht durch den Ausbau auch Potenzial für den Nahverkehr: Dieser könne in Zukunft "robuster" fahren, so Josel, weil sich Regionalzüge und Fernzüge die Gleise nicht mehr teilen werden.

    Bisher müssen Regionalzüge auf der Strecke immer wieder an Bahnhöfen warten, um verspätete ICE's oder IC's vorbeifahren zu lassen.

    Bahn macht Günzburg Zusagen

    Ein Beispiel für die anfängliche Skepsis in der Region ist Günzburg. Dort hatte man zeitweise befürchtet, dass die Stadt nach einem Ausbau allenfalls noch über einen Haltepunkt vor den Toren der Stadt an den Fernverkehr angebunden sein könnte. Ein Szenario, das nach entsprechenden Zusagen der Bahn inzwischen vom Tisch zu sein scheint. "Es ist klar", sagte Josel, "dass Günzburg nach wie vor vom Fernverkehr angefahren wird."

    Günzburger Landrat begrüßt Bahn-Pläne

    Der Günzburger Landrat Hans Reichhart reagierte erleichtert auf diese Entwicklung. Dem BR sagte der CSU-Politiker: "Wir legen darauf Wert, dass das, was uns zugesagt wurde, auch eingehalten wird." Wenn außerdem die Zusage des Freistaats gelte, dass auch im Regionalverkehr mehr Züge fahren sollen, "dann haben wir auch als Region wirklich etwas davon".

    Unterstützung für Ausbaupläne auch von Grünen

    Auch die Landtags-Grünen begrüßen die Bahn-Pläne für Schwaben. "Gut, dass der Fortschritt endlich sichtbar wird", wird der Grünen-Abgeordnete Maximilian Deisenhofer in einer Mitteilung zitiert. Und sein Fraktionskollege Cemal Bozoglu sieht demnach in der geplanten Fahrtzeit-Verkürzung zwischen Augsburg und Ulm einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Verkehrswende: "Wir müssen Bahnfahren attraktiver machen und das machen wir, wenn das Reisen mit dem Zug schneller geht."

    Bahn will Vertreter aus der Region einbinden

    Die Bahn hat inzwischen nach eigenen Angaben einen Koordinierungsrat mit Vertretern aus der Region eingerichtet. In den kommenden Monaten und Jahren soll es einen ausführlichen Dialog mit Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern sowie Bürgerinnen und Bürgern geben. Die Bahn hat eine eigene Internetseite zum Ausbauprojekt eingerichtet. Dort findet man laut DB unter anderem eine interaktive Karte.

    Augsburg-Ulm eine der meist befahrenen Bahnstrecken Süddeutschlands

    Die Bahnstrecke von Augsburg nach Ulm ist rund 85 Kilometer lang und mehr als 160 Jahre alt. Sie gehört laut Bahn zu den meist befahrenen Strecken in Süddeutschland. Wann das Ausbauprojekt fertiggestellt sein wird, lässt sich Josel zufolge noch nicht abschätzen.

    Als nächstes will die Bahn die Pläne so weit vorantreiben, dass Ende 2022 ein Raumordnungsverfahren eröffnet werden kann. Eine weitere von vielen Etappen, die das deutsche Planungsrecht für ein solches Großprojekt vorsieht.

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