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Bahnschranken im Allgäu bereiten Bürgermeistern Kopfzerbrechen | BR24

© BR/Christoph Scheule

Allgäuer Bahn-Posse: Beschrankter Bahnübergang zu vergeben

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Bahnschranken im Allgäu bereiten Bürgermeistern Kopfzerbrechen

In Schwaben kommt es an unbeschrankten Bahnübergängen immer wieder zu Unfällen, auch zu tödlichen. Mancherorts werden Bahnschranken laut der Politiker vor Ort dringend gebraucht. Anders sieht das bei einem beschrankten Bahnübergang bei Kempten aus.

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Der beschrankte Bahnübergang in Durach bei Kempten funktioniert tadellos, er ist aber völlig nutzlos. Die roten Blinklichter leuchten auf, die Schranken schließen sich, der Zug fährt durch. Das passiert dort regelmäßig, Tag und Nacht. Das Besondere: Autos halten gar nicht mehr vor dem beschrankten Bahnübergang, denn vor sieben Jahren wurde eine Umgehungsstraße gebaut und die Straße über den Bahnübergang geschlossen.

Über die großen Erdhügel und Zäune im Industriegebiet wäre auch kein Durchkommen, selbst für Geländewagen. Franz Heiligensetzer wohnt seit Jahrzehnten direkt neben der Bahnlinie und findet nur noch Sarkasmus: "Seit sieben Jahren blinkt die Anlage, die Schranken schließen sich, die Anlage wird sogar gewartet!"

Politiker fordern beschrankte Bahnübergänge

Dabei werden Bahnschranken im Allgäu laut der Politiker vor Ort dringend gebraucht. Immer wieder passieren Unfälle, manche mit tödlichen Folgen. Auch Durachs Bürgermeister Gerhard Bock würde sich die nutzlose Anlage gerne hundert Meter weiter aufstellen lassen. "Da haben wir einen Fußgängerüberweg, der Zug muss hier extrem langsam fahren und Signal geben, über 50 mal am Tag, für die Anwohner ein Riesen-Ärgernis".

Lebensgefahr für Verkehrsteilnehmer

Den überflüssigen Bahnübergang aus Durach würden sich auch Politiker aus Fischen im Oberallgäu wünschen. Im Gemeindegebiet gibt es gleich 13 Bahnübergänge, die meisten unbeschrankt und die anderen funktionieren oft nicht. In der Burgstraße gibt es einen beschrankten Bahnübergang, der schon mal nicht die Schranken schließt, obwohl ein Zug kommt. Lebensgefahr für Autofahrer, Radler und Fußgänger. Das Problem wurde der Bahn vor Monaten schon gemeldet, sagt Bürgermeister Edgar Rölz. Repariert wurde bisher nichts. Stattdessen fährt der Zug auf den Bahnübergang zu - sieht der Lokführer, dass die Schranken trotzdem offen sind, hält er, gibt Signal und tastet sich dann im Schritttempo weiter.

Bahn: "Probleme sind bekannt und werden bearbeitet"

Zu den diversen Problemen im Allgäu befragt, gibt die Bahn keine Interviews und verweist in schriftlicher Form auf die Kosten, die lange Genehmigungsphasen und erklärt, dass die Probleme bekannt wären und daran gearbeitet werden würde.