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Bahnhofsmission und Kirchen erweitern Angebot für Obdachlose | BR24

© BR / Axel Mölkner-Kappl

Eine lange Schlange vor der Münchner Bahnhofsmission an Gleis 11. Durch eine kleine Klappe bekommen sie Essen, Trinken und Kleidung.

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    Bahnhofsmission und Kirchen erweitern Angebot für Obdachlose

    Zu Beginn der Corona-Krise standen viele Obdachlose vor verschlossenen Türen. Jetzt wächst das Angebot in München. Die Bahnhofsmission versorgt die Menschen mit Essen, Trinken und Kleidung. Dazu kommen zwei Foodtrucks.

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    Von
    • Axel Mölkner-Kappl

    Zwei Wochen nach Beginn der Corona-Krise wächst in München das Angebot für wohnungslose Menschen. Weil zu Beginn der Krise viele Einrichtungen schließen mussten, standen viele Obdachlose vor verschlossenen Türen. Die Bahnhofsmission an Gleis 11 sprang in die Lücke und versorgte täglich bis zu 600 Menschen – doppelt so viele wie in normalen Zeiten.

    Besucher reagieren besonnen

    Auch jetzt warten noch viele Besucher in einer langen Schlange vor der Tür. Durch eine kleine Klappe bekommen sie Essen, Trinken, Kleidung und Hygieneartikel gereicht. Barbara Thoma, die evangelische Leiterin der Bahnhofsmission erzählt, dass die Besucher jetzt alle sehr besonnen reagieren und sehr froh sind, dass die Bahnhofsmission die ganze Zeit über geöffnet war. Mittlerweile halten sie beim Warten die notwendigen Abstände ein, erzählt Thoma. Am Anfang der Corona-Krise hat man den Druck gespürt, unter dem die Menschen leiden. Sie standen in Trauben vor der Tür und wollten aus Sorge auch hamstern. Doch dank der vielen Lebensmittelspenden von Restaurants, Läden und auch von der Deutschen Bahn gab es immer genug zu essen und zu trinken.

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    Mitarbeiter der Bahnhofsmission München geben durch eine Klappe Essen, Trinken, Kleidung und Hygieneartikel an Bedürftige aus.

    Suppe, Kleidung und Hygieneartikel

    Nach der anfänglichen Unsicherheit, weil viele Einrichtungen schließen mussten, gibt es jetzt eine Versorgung für Obdachlose. Neben der Ausgabe in der Bahnhofsmission steht jetzt in der Nähe des Bahnhofs an der Ecke Luisen-/Elisenstraße auch ein Foodtruck, bei dem Menschen in Not kostenlos eine warme Suppe bekommen. Ein zweiter Foodtruck wird in der Schwanthalerstraße 46 aufgestellt, wo jetzt auch eine Notausgabe von Kleidung und Hygieneartikeln begonnen hat. Dabei arbeiten die Stadt München, die katholische Caritas und die evangelische Innere Mission eng zusammen. Sie bauen kontinuierlich das Angebot in der Krise aus. Es wird mindestens bis zum Sommer zur Verfügung stehen.

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    Beim Foodtruck in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs bekommen Menschen in Not kostenlos eine warme Suppe.

    Klientel steht am Ende der Fahnenstange

    Zur alltäglichen Aufgabe der Bahnhofsmission gehört die Beratung von Menschen mit unterschiedlichsten Problemen wie Armut, Wohnungslosigkeit, Krankheiten und psychischen Erkrankungen. Bettina Spahn, die katholische Leiterin der Bahnhofsmission sieht zusätzliche Probleme für ihre Besucher. "Ich glaube, dass der Anteil der Armen und der Menschen, die jetzt auch von staatlichen Leistungen abhängig werden, noch viel höher werden wird. Für unser Kernklientel bedeutet das, dass sie noch mehr als zuvor diejenigen sind, die am Ende der Fahnenstange stehen."

    Bahnhofsmission rund um die Uhr geöffnet

    Auch deshalb geben ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bahnhofsmission derzeit alles und gehen bis an ihre Belastungsgrenzen, betont Bettina Spahn. Die Einrichtung an Gleis 11 hat 24 Stunden am Tag geöffnet.

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