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Bahnbrechende Erfindung: Siloplane zum Verfüttern | BR24

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So sieht ein herkömmliches Mais-Silo mit Plastik-Plane aus. Christian Klinger will Müll vermeiden. Seine Silo-Plane ist natürlich, essbar und kompostierbar.

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Bahnbrechende Erfindung: Siloplane zum Verfüttern

Auch in der Landwirtschaft ist der Plastikverbrauch hoch, zum Beispiel bei Abdeckungen von Mais- und Gras-Silos. Dass das nicht so sein muss, zeigt ein Chemiker aus Ampfing: Er hat eine Plane entwickelt, die natürlich, essbar und kompostierbar ist.

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Ein befreundeter Landwirt hat den Chemiker Christian Klinger auf die Idee gebracht. Denn der Landwirt war genervt von seiner Siloplane und fragte den Chemiker, ob er nicht eine Alternative entwickeln könnte.

Heutzutage werden Silos für Futtermittel wie Mais und Gras mit Kunststoff-Silofolie abgedeckt. Die Silo-Planen müssen arbeitsintensiv auf- und abgedeckt und mit Sandsäcken oder Reifen beschwert werden, damit sie nicht wegfliegen.

Mini-Silo-Versuche im Garten

Chemiker Christian Klinger startete mit Mini-Silo-Versuchen im Garten seiner Eltern. Dafür stellten ihm Freunde und Landwirte Material zur Verfügung. Statt in einem großen Fahrsilo, verdichtete er die Futtermittel in Kübeln. Am Ende trug er dann anstelle einer herkömmlichen Folie seine neue Beschichtung auf.

Einige hundert Versuche hat er in den letzten drei Jahren gemacht, bis die neuartige Plane soweit war. Die letzten Versuche waren alle erfolgreich, zum Beispiel bei einem Mais-Silo.

Rezept ist streng geheim

Aus was die essbare Siloplane besteht, ist aktuell aber noch streng geheim. Das Rezept wird gerade vom Patentamt geprüft. Was Christian Klinger aber sagen kann: Die Zutaten sind rein biologisch.

Zudem müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen nach dem Aufspritzen schnell trocknen und anschließend hart werden. Wichtig ist also vor allem die Konsistenz: Die Masse muss zäh sein, damit sie nicht einfach wieder vom Silo abläuft.

Statt wegwerfen: verfüttern und kompostieren

Sie darf aber auch nicht zu dick sein, weil sie gleichmäßig auf dem Silo verteilt werden muss. Entscheidend ist außerdem, dass die Plane luftundurchlässig ist und ein halbes Jahr bis ein Jahr hält. Danach soll sie nicht auf dem Müll landen, sondern verfütterbar und kompostierbar sein.

Ob die essbare Siloplane auch Kühen schmeckt, das muss sich noch beweisen. Die einzelnen Zutaten seien aber so gestaltet, dass sie einer Kuh durchaus schmecken kann, so Christian Klinger.

Auszeichnung für Start-up

Gerade haben der Erfinder und seine Partner mit ihrem Start-up "feed!it" den dritten Platz beim regionalen Businessplan-Wettbewerb "ideenReich 2020“ gewonnen. Der Wettbewerb, der Teil der Bayerischen Businessplan Wettbewerbe ist, richtet sich an Start-ups aus Niederbayern, Altötting und Mühldorf.

Sonja Gehring von der Industrie- und Handelskammer betreibt in den Landkreisen Altötting und Mühldorf hauptsächlich Gründerberatung. Sie sitzt mit in der Jury und erklärt, dass Christian Klinger ausgezeichnet wurde, weil er mit seiner Idee ein ganz dringendes Problem der aktuellen Zeit getroffen habe. Denn herkömmliche Siloplanen aus Kunststoff seien schwer aufzubringen, bergen einen hohen Aufwand, Unfallgefahr und die Folienentsorgung sei teuer.

Zuerst wollen Christian Klinger und seine Partner jetzt eine Firma gründen – die "vacKons" heißen soll. Im Anschluss müssen sie Maschinenpartner und Geldgeber finden und danach kann es mit der Idee so richtig losgehen.

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