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Von Augsburg nach Ulm in nur 26 Minuten: Ein Ausbau der Bahnstrecke soll das möglich machen. Dabei wird eine ganz neue Trasse entstehen. Wo die verlaufen soll, dazu will die Bahn die Bürger anhören. Deshalb tourt zurzeit ein Infomobil durch Schwaben

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Bahnausbau Augsburg-Ulm: Infomobil bezieht die Bürger mit ein

Von Augsburg nach Ulm in nur 26 Minuten: Ein Ausbau der Bahnstrecke soll das möglich machen. Dabei wird eine ganz neue Trasse entstehen. Wo die verlaufen soll, dazu will die Bahn die Bürger anhören. Deshalb tourt zurzeit ein Infomobil durch Schwaben

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Von
  • Peter Allgaier
  • Roswitha Polaschek

Die Deutsche Bahn wird mit einem Infomobil in den kommenden Jahren durch Nordschwaben touren. Hintergrund ist der geplante Ausbau der Verbindung von Ulm nach Augsburg. Derzeit brauchen ICEs noch 38 bis 43 Minuten, künftig sollen sie die Strecke in 26 Minuten schaffen, sagt Klaus-Dieter Josel der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Bayern.

Zwischen Ulm und Augsburg entsteht eine neue Bahnstrecke

Um diese Fahrzeit zu erreichen, muss die Trasse allerdings anders als bisher verlaufen. Vier Varianten sind derzeit im Gespräch, die einige Kommunen betreffen würden, durch die noch keine Gleise führen. Die Bahn will deshalb ausführlich informieren, aber auch die Einwände der Bürger mit in den Planungsprozess aufnehmen.

In Günzburg werden laut Bahn weiterhin Fernzüge halten

Eine Sorge war, dass durch eine neue südlichere Haupttrasse künftig keine Fernzüge mehr im nördlich gelegenen Günzburg halten könnten. Dies werde allerdings auch in Zukunft der Fall sein, bekräftigte Josel. Die Bahn wolle sich verstärkt mit den Bürgern austauschen und Fragen im persönlichen Gespräch klären. Wegen der Coronapandemie war das bislang nur digital möglich. Günzburgs Landrat Hans Reichhart betonte, dass durch den Ausbau der Verbindung auch der Nahverkehr gestärkt werde. Laut Bayerischer Eisenbahngesellschaft ist ein Halbstundentakt geplant.

Zu viel Lärm an der Bahnstrecke Augsburg-Ulm?

Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sprach deshalb auch die Bedeutung des ausreichenden Lärmschutzes an. Güterzüge sind seit dem Jahreswechsel nur noch mit einer Flüsterbremse unterwegs. Sie raut die Räder nicht mehr auf, die so um bis zu 10 Dezibel leiser abrollen, was laut Bahn einer Halbierung des Lärms entspricht.

Widerstände gegen Trassen durch Naturschutzgebiete und Siedlungen

Das neue Infomobil der Bahn trägt den Namen ULA (für Ulm–Augsburg) und gibt Einblick in die verschiedenen Trassierungsräume. Besucher können anhand einer Simulation sehen, wo es große Widerstände gibt, etwa im Hinblick auf Naturschutzgebiete oder Siedlungen. Die Trassierungsräume sind momentan noch 500 Meter breit und sollen im Herbst auf 20 Meter verringert werden. Voraussichtlich Ende 2022 folgt dann ein Raumordnungsverfahren, mit dessen Ergebnis sich dann der Bundestag beschäftigt.

Infomobil mit Corona-Schutz

Über all diese Details können sich die Bürger auf dem Lannionplatz in Günzburg noch bis Donnerstag informieren, nächste Woche gastiert das Mobil dann in Neu-Ulm. Bis zu zwei Haushalte dürfen sich gleichzeitig im 30 Quadratmeter großen Infomobil aufhalten, es herrscht Maskenpflicht, ein negativer Coronatest ist nicht nötig.

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