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Bahn testet neue Mini-Lärmschutzwände | BR24

© pa/dpa

Bahn mit Schallschutzwand (Symbolfoto)

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    Bahn testet neue Mini-Lärmschutzwände

    Lauter Güterverkehr nervt Anwohner. Doch die meterhohen Aluschallschutzwände sind auch unbeliebt. Nun testet die Deutsche Bahn (DB) unter anderem zwischen München und Regensburg, wie sehr Mini-Lärmschutzwände und andere Techniken helfen.

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    Auf der Bahnstrecke zwischen München und Regensburg testet die Deutsche Bahn (DB) derzeit neue Techniken für den Schutz vor Güterwagenlärm. "Beispielsweise sind das niedrige Lärmschutzwände und sogenannte Mini-Schallschutzwände, die direkt an den Gleisen gebaut werden", sagte der DB-Lärmschutzbeauftragte, Andreas Gehlhaar. Damit wären die meterhohen grauen Aluschallschutzwände bei Wohnbereichen künftig vielleicht nicht mehr überall nötig. Auch Schienenstegdämpfer sollen ausprobiert werden.

    Getestet werden 30 Techniken

    Derzeit werden in einem vom Bund finanzierten und bereits laufenden Projekt rund 30 Techniken zur Lärmminderung erprobt, wie es von der Bahn hieß. Neben dem Streckenabschnitt zwischen München und Regensburg werden auch viele der Modelle zwischen Berlin und Cottbus errichtet. Danach soll es Messungen geben. Das Projekt laufe bis Ende 2020.

    Reizthema Verkehrslärm

    Vor Jahren hatte die Bahn schon einmal ähnliche kleine Lärmschutzwände im Mittelrheintal getestet. Die Region gilt in Deutschland als besonders lärmbelastet durch den Bahnverkehr. Lärm durch Verkehr - ob bei Eisenbahn, auf der Straße oder bei Flugzeugen - ist vielerorts für Anwohner ein Reizthema.

    Beschwerden gibt es aber nicht nur über den Lärm, sondern auch über teilweise veraltete oder unzureichende Lärmschutzwände. Im Inntal etwa verlangten Gemeinden und Bürgerinitiativen im Zuge der Planungen zum Brenner-Nordzulauf Lärmschutz nach Neubaustandards. Bei Erlangen-Bruck gab es Ärger über eine neu gebaute Lärmschutzwand, die mehr Lärm und störende Lichtreflexe verursacht haben soll.

    Umrüsten auf leiser rollende Güterwagen

    Neben den Schutzwänden sollen auch leiser rollende Güterwagen helfen, den Lärm beim Schienenverkehr in Deutschland zu mindern. Seit Jahren rüstet die Deutsche Bahn ihre Flotte um.

    21,7 Millionen Euro für Schallschutz in Bayern

    In ganz Bayern hat sie im Jahr 2018 nach eigenen Angaben 21,7 Millionen Euro in aktive und passive Schallschutzmaßnahmen investiert. Die Mittel stammen aus dem Programm „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes“. Die Bahn hat demnach rund 7,9 Kilometer neue Schallschutzwände errichtet und an 92 Wohnungen passive Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt, wie zum Beispiel Schalldämmungen an Gebäudewänden oder der Einbau von Schallschutzfenstern. Die Schwerpunkte lagen dabei im Raum Würzburg und Plattling. In diesem Jahr will die Bahn mit der Lärmsanierung im Raum Würzburg (Strecke Würzburg – Heidingsfeld) fortfahren.

    Halbierung des Lärms bis 2020

    Nach Angaben der Bahn wurde in Bayern seit 2001 eine Gesamtstrecke von 355 Kilometern vollständig lärmsaniert. Bund und DB hätten dafür über 190 Millionen Euro investiert, so die Bahn. Bis 2020 soll der Lärm durch den Schienenverkehr halbiert werden.

    Auch deutschlandweit hat die Deutsche Bahn einen Großteil der Flotte bereits umgerüstet.

    "Wir sind aktuell bei rund 53.000 leisen Güterwagen. 85 Prozent der Cargo-Flotte der DB ist jetzt schon leise. Wir werden im nächsten Jahr die gesamte Flotte leise haben." DB-Lärmschutzbeauftragter Andreas Gehlhaar

    Insgesamt sind in Deutschland rund 180.000 Güterwagen unterwegs, etwa ein Drittel entfällt auf die Bahntochter DB Cargo. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Betreiber von Güterverkehr.

    Hintergrund ist ein Gesetz des Bundes, das es besonders lauten Güterwagen ab Ende 2020 verbietet, auf dem deutschen Schienennetz zu rollen (Schienenlärmschutzgesetz). Vom Hamburger Waggonvermittler VTG teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit, dass die Umrüstung der in Europa betroffenen Wagen bis Ende 2020 erfolgen werde. Die Flotte werde laufend modernisiert und gewartet.

    Güterwagen größter Lärmverursacher

    Die Deutsche Bahn konzentriert sich beim rollenden Verkehr auf die Güterwagen. Die Loks haben nach Angaben Gehlhaars dagegen andere Bremssysteme und spielten beim Thema Lärm derzeit nicht die zentrale Rolle. Bei den Güterwagen erziele man einen weitaus größeren Effekt.