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In Bad Kissingen steigt die Spannung. Die UNESCO wird in Kürze entscheiden, ob die Kurstadt sich künftig "Weltkulturerbe" nennen darf. Bad Kissingen hatte sich zusammen mit zehn anderen bedeutenden Kurbädern um den Titel beworben.

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Bad Kissingen wartet auf Entscheidung über Weltkulturerbe

In Bad Kissingen steigt die Spannung. Am Samstag dürfte die Entscheidung darüber fallen, ob die Kurstadt UNESCO Weltkulturerbe wird. Elf europäische Traditionsbäder haben sich als "Great Spas of Europe" gemeinsam um den Titel beworben.

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Von
  • Anke Gundelach

Es ist eine illustre Runde, die sich als "Great Spas of Europe" für eine Bewerbung um die Auszeichnung als UNESCO Weltkulturerbe zusammengeschlossen hat: Neben den bedeutenden tschechischen Kurorten Karlsbad, Marienbad und Franzensbad sind es Bad Kissingen, Baden Baden und Bad Ems in Deutschland, Spa in Belgien, Vichy in Frankreich, Baden bei Wien in Österreich, Montecatini Terme in Italien und Bath in England. Nach einem jahrelangen, mehrstufigen Auswahlverfahren soll nun endlich die Entscheidung fallen. Das Welterbekomitee tagt seit einer Woche online. Die Sitzung hätte schon letztes Jahr in China stattfinden sollen, war aber wegen der Corona-Pandemie verschoben worden.

Der lange Weg zur Nominierung

In einem gemeinsamen, mehrere hundert Seiten starken Bewerbungsdokument hatten die elf Kurorte ihre Besonderheiten und Stärken präsentiert. Bad Kissingen kann vor allem mit seinen historischen Prachtbauten im Kurviertel sowie den gepflegten Gärten und Parkanlagen punkten. Regentenbau, Arkadenbau, Wandelhalle, Luitpoldbad, Kurgarten und Luitpoldpark bilden ein einzigartiges Ensemble und zeugen noch immer von der Geschichte Bad Kissingens als Weltbad und Kurort des europäischen Hochadels. Auch der älteste Gradierstandort Europas befindet sich in der Kurstadt. Als einziges Bad in der Bewerbergruppe steht Bad Kissingen damit für die Salzproduktion durch Sole.

Zuversicht und Vorfreude in Bad Kissingen

Projektleiter für die Bewerbung ist in Bad Kissingen Stadtarchivar Peter Weidisch. Gut zehn Jahre lang hat er dafür nun wissenschaftlich gearbeitet, Symposien vorbereitet und an zahlreichen Sitzungen im In- und Ausland teilgenommen. Nach eigener Aussage ist er sehr zuversichtlich, dass die "Great Spas of Europe" den Weltkulturerbe-Titel bekommen. Auch Bad Kissingens Oberbürgermeister Dirk Vogel glaubt fest an einen Erfolg und an den "Aufstieg in die Champions League der Wahrnehmung". Die Stimmung in der Kurstadt ist also geprägt von Vorfreude. Alles andere, als eine positive Nachricht der UNESCO wäre jetzt eine Enttäuschung.

© Stadt Bad Kissingen / Mario Selzer
Bildrechte: Stadt Bad Kissingen / Mario Selzer

Sitemanagerin Anna Maria Boll und Projektleiter Peter Weidisch präsentieren den Welterbe-Info-Point im Bad Kissinger Kurgarten.

Informationen für die Bevölkerung

Um Einheimische und Gäste mit der Thematik vertraut zu machen, werden in Bad Kissingen schon seit einiger Zeit Erlebnisführungen angeboten, unter dem Motto "Ein Streifzug: Auf dem Weg zum UNESCO-Weltkulturerbe". Vor dem Brunnentempel des Maxbrunnens im Kurgarten sind Schautafeln aufgebaut, die über den Bewerbungsprozess, die Hintergründe und Bad Kissingens europäische Partner-Kurbäder informieren. Im Foyer des Rathauses wurde dazu am Mittwoch auch eine Wanderausstellung eröffnet.

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