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Kindesmissbrauch: Haftstrafe gegen Jugendtrainer rechtskräftig | BR24

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Weil er Kinder sexuell schwer missbraucht und von ihnen Nacktaufnahmen beschafft hat, muss ein ehemaliger Jugendtrainer ins Gefängnis. Das Landgericht Schweinfurt verurteilte den 21-Jährigen zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren und neun Monaten.

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Kindesmissbrauch: Haftstrafe gegen Jugendtrainer rechtskräftig

Weil er Kinder sexuell schwer missbraucht hat, muss ein ehemaliger Jugendtrainer ins Gefängnis. Das Landgericht Schweinfurt verurteilte den 21-Jährigen zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren und neun Monaten. Das Urteil ist nun rechtskräftig.

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Von
  • Norbert Steiche

Vergewaltigung, schwerer sexueller Missbrauch, Körperverletzung und die Herstellung kinderpornografischer Schriften: Das Landgericht Schweinfurt hat einen ehemaligen Fußball-Jugendtrainer aus dem Landkreis Bad Kissingen zu sechs Jahren und neun Monaten Jugendstrafe verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Richterin: Angeklagter ging akribisch vor

Damit blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte in ihrem Plädoyer eine siebeneinhalbjährige Jugendstrafe gefordert. Die Verteidigung wollte für ihren Mandanten eine maximal sechseinhalbjährige Jugendstrafe erreichen. Der Angeklagte nahm das Urteil ohne sichtbare Regung an.

In der Urteilsbegründung erklärte die Richterin, der heute 21-Jährige habe die Taten mit großer Akribie und Beharrlichkeit ausgeführt und dabei empathielos gehandelt. Der Angeklagte hatte bereits am ersten Prozesstag alle ihm zur Last gelegten Taten eingeräumt. Deswegen musste keines der neun Kinder, die zum Tatzeitpunkt zwischen elfeinhalb und 13 Jahre alt waren, vor Gericht aussagen.

Jugendtrainer machte die Kinder gefügig

Der Verurteilte hatte zwischen Oktober 2017 und Februar 2020 als Trainer einer U-15-Jugendmannschaft von einigen Jungen Nacktfotos gefordert. Um an die Dateien zu kommen, erfand er unter anderem die Geschichte, dass er Mitglied einer Sondereinheit sei, die Kinder aus den Fängen eines angeblichen russischen Kinderpornorings befreien wolle.

Den betroffenen Kindern erklärte er, dass es dem kriminellen Ring gelungen sei, ihre Handys zu hacken. Die Bilder und Videos seien dann ins Internet gelangt. Der Angeklagte sagte den Kindern, dass er ein Programm entwickelt habe, bei dem über einen "Filter" Nacktaufnahmen der Kinder aufgespürt und gelöscht werden könnten. Um diesen vermeintlichen "Filter" erfolgreich betreiben zu können, brauche er aber zunächst selbst Nacktbilder der Jungen aus dem Sportverein.

Gericht wertet schlimmste Fälle als Vergewaltigung

Der Angeklagte hatte seinen Schützlingen auch pornografische Bilder von unbekannten Frauen geschickt und passte die Kinder vor der Schule ab. Er setzte sie zum Teil erheblich unter Druck und drohte ihnen.

Die Misshandlungen sollen für die Kinder vielfach mit körperlichen Schmerzen verbunden gewesen sein. Das Gericht wertete die schlimmsten Fälle als Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauch von Kindern.

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