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Münchner Backstage: Positives Echo auf geplantes Benefiz-Konzert | BR24

© picture alliance/dpa

BlackMetal-Band auf der Bühne (Symbolbild)

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    Münchner Backstage: Positives Echo auf geplantes Benefiz-Konzert

    Das Kulturzentrum Backstage ist zufrieden mit der Resonanz auf das kurzfristig angesetzte Benefizkonzert am 1. Mai gegen Antisemitismus. Ursprünglich sollten zwei polnische Bands auftreten, ihnen wurde jedoch aufgrund von Rassismusvorwürfen abgesagt.

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    Eigentlich sollten am Mittwoch zwei polnische BlackMetal-Bands auftreten. Das Linke Bündnis gegen Antisemitismus München hatte sich aber vergangene Woche in einem offenen Brief an die Veranstalter gewandt und die Absage des Konzertes gefordert. Grund dafür waren Antisemitismus-Vorwürfe gegen einzelne Band-Mitglieder.

    Keine leichtfertige Entscheidung

    Die Entscheidung, das Konzert abzusagen, haben die Verantwortlichen des Münchner Kulturzentrums Backstage nach eigener Aussage nicht leichtfertig getroffen. Der Hinweis auf antisemitische Aussagen einzelner Bandmitglieder und die angebliche Vernetzung von "MGLA" und "Deus Mortem" mit der Neonazi-Szene sei sehr kurzfristig eingegangen, so Backstage-Geschäftsführer Hans-Georg Stocker. Man habe die Vorwürfe gegen die beiden BlackMetal-Bands aus Polen nicht abschließend prüfen können. Ausschlaggebend für die Absage sei daher deren Reaktion gewesen, so Stocker:

    "Die Hauptband argumentiert so, sie sind unpolitisch. Ihnen geht's nur um die Musik. Aber Akzeptanz von Rassismus und Antisemitismus hat nichts zu tun mit politisch oder unpolitisch sein. Da ist auch für uns eine klare rote Linie." Hans-Georg Stocker, Backstage-Geschäftsführer

    Zweifel an der Entscheidung

    Wolf-Rüdiger Mühlmann, Herausgeber des Metal-Magazins "Deaf Forever" und Kenner der BlackMetal-Szene, widerspricht dem Vorwurf, es handle sich hier um rechtsradikale Bands. Die Absage des Konzerts hält er für falsch:

    "Bei solchen Boykott-Aktionen gibt's aus meiner Sicht nur Verlierer. Alle verlieren bis auf die tatsächlich rechtsradikale Szene, die solche Aktionen bejubelt. Denn so werden einerseits Märtyrer und Opferlegenden geschaffen und andererseits beim Publikum eine Antipathie gegen linke Bündnisse oder Aktivitäten gefördert." Wolf-Rüdiger Mühlmann, Herausgeber des Metal-Magazins "Deaf Forever"

    Unklar ist, ob ein für Samstag geplantes Konzert von "MGLA" und "Deus Mortem" in Nürnberg stattfinden wird. Der Veranstalter Club Matrixx sagte dem Bayerischen Rundfunk, man warte noch auf eine Stellungnahme der beiden Bands zu den Vorwürfen.