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Back to Bayerwald: Junge Leute zieht es zurück in den "Woid" | BR24

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Back to Bayerwald! Immer mehr Leute ziehen wieder auf's Land - zurück in die Heimat. Zum Beispiel zwei Münchner Paare, die sich Häuser im Bayerischen Wald gekauft haben.

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Back to Bayerwald: Junge Leute zieht es zurück in den "Woid"

Landflucht und Dorfsterben - Probleme, die vor ein paar Jahren viele Orte im Bayerischen Wald umtrieben. Doch der Trend dreht sich gerade um: Immer mehr Leute ziehen wieder auf's Land. Zum Beispiel zwei Paare, die aktuell ihre Landhäuser renovieren.

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Viele Orte kämpften damit, dass Leute vom Land in die Stadt zogen: es drohte ein Dorfsterben. Doch jetzt entdecken manche den Bayerischen Wald ganz neu. Andere stammen von dort, gingen in die Städte und kehren nun wieder ganz bewusst zurück in die Heimat. Aktuelles Beispiel: Zwei junge Paare, Anfang und Mitte 30, die besondere Häuser im Kreis Regen gekauft haben, um ganz hier zu leben.

So viel Platz wäre in München nicht bezahlbar

Johannes Haslinger ist 32 Jahre alt und stammt aus dem Bayerischen Wald. Seine Frau Sandra Schütz, 37 Jahre, ist in München geboren, aber im Bayerwald aufgewachsen. Beide wohnen seit Jahren in München. Sie fühlen sich dort auch wohl aber inzwischen haben die Sprachheilpädagogin und der Fotograf ein Kind bekommen. Das hat den Anstoß gegeben aufs Land zu ziehen.

Derzeit renovieren sie das alte, denkmalgeschützte "Rote Schulhaus" in Rinchnach, das sie gekauft haben. In den nächsten eineinhalb Jahren wollen sie es herrichten, um darin zu leben und ein Stockwerk für Veranstaltungen und Ausstellungen zu öffnen. Im dem alten Schulhaus hat das Paar 145 Quadratmeter Wohnfläche pro Etage - soviel Platz hätten sie in München nicht bezahlen können.

© BR/Renate Rossberger

Ehepaar Haslinger-Schütz hat das "Rote Schulhaus"gekauft. Derzeit hat das renovieren sie das denkmalgeschützte Gebäude.

© BR/Renate Rossberger

Im Wohnzimmer soll eine offene Küche und eine große Sofa-Landschaft entstehen.

Die Hofmanns und ihre ehemalige Glasgalerie in Frauenau

Das erste Kind war auch für Theo und Esther Hofmann der Anstoß, zurück auf's Land und in die Natur zu gehen. Das Ehepaar hat eine ehemalige Glasgalerie in Frauenau gekauft und ist im August mit zwei kleinen Kindern hergezogen.

"Einfach draußen sein. Die Möglichkeit vor die Tür zu gehen, ohne dass ich das Gefühl hab, ich steh mit 400 anderen Leuten an der Isar." Esther Hofmann

Die Zuzüge und Rückkehrer auf's Land sind im Bayerischen Wald so spürbar, dass zum Beispiel Frauenau seinen jahrelangen Einwohnerschwund stoppen konnte. Momentan sind sogar alle Bauplätze im Ort ausverkauft, sagt Bürgermeister Herbert Schreiner (SPD).

"Die Städte sind überflutet von Menschen, der ÖPNV ist katastrophal überlastet. Jetzt mit den Möglichkeiten von Zuhause aus zu arbeiten, denke ich, ist das ein weiterer Schritt aufs Land zu ziehen", Herbert Schreiner, Bürgermeister von Frauenau

Esther Hofmann-Strahl hat als Architektin problemlos hier einen Arbeitsplatz gefunden.

"Dorfsanierungen, Revitalisierungen ... Vom inhaltlichen bin ich noch nie so nah dran gewesen, an dem was ich machen will, wie ich es jetzt bin." Esther Hofmann

Stadtkultur holen sich die Paare aufs Land

Aber fehlt einem nicht die Stadtkultur? Doch schon, sagen alle vier. Aber die wollen sich die Paare einfach herholen. Theo Hofmann, der sich als freiberuflicher Künstler in München ein winziges Atelier mit vier Anderen teilen musste, hat hier jetzt ein großes eigenes Atelier. Das will er für Ausstellungen öffnen. Familie Haslinger-Schütz hat sogar schon einen Verein gegründet. Eine Etage im alten Schulhaus wird ein Kulturzentrum.

© BR/Renate Rossberger

Theo und Esther Hofmann sind mit ihren beiden Kindern nach Frauenau gezogen.