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B4 wird nicht ausgebaut: Brose kritisiert Stadtrat Coburg | BR24

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Der Coburger Automobilzulieferer Brose kritisiert die Entscheidung des Stadtrats, die Bundesstraße 4 bei Weichengereuth nicht auszubauen.

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B4 wird nicht ausgebaut: Brose kritisiert Stadtrat Coburg

Weil sich der Coburger Stadtat mehrheitlich gegen einen Ausbau der Bundesstraße 4 bei Weichengereuth ausgesprochen hatte, hagelte es Kritik von Brose und IHK. Jetzt stellt sich Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig vor den Stadtrat.

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Von
  • Richard Padberg

Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) hat den Beschluss des Stadtrates, die Bundesstraße B4 im Stadtgebiet nicht vierspurig auszubauen, verteidigt. Die Firma Brose mit Sitz in Coburg und die Industrie- und Handelskammer zu Coburg (IHK) hatten den Beschluss zuvor heftig kritisiert.

Stadtrat wägt Vor- und Nachteile ab

Die Entscheidung, die Bundesstraße bei Weichengereuth im Süden Coburgs nicht vierspurig auszubauen, sei die Entscheidung des demokratisch gewählten Stadtrates in Coburg, so Sauerteig im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Die Entscheidung sei nach einer langen Diskussion und der Abwägung aller Vor- und Nachteile gefallen. Sie sei für die Verwaltung jetzt bindend.

Brose: B4 ein Zeichen der Wirtschaftsfeindlichkeit

Zuvor hatte der Automobilzulieferer Brose die Entscheidung gegen einen vierspurigen Ausbau als gravierenden Rückschlag für den Wirtschaftsstandort Coburg bezeichnet. Die zweispurige Bundesstraße in der Stadt bleibe somit ein Denkmal für Emotionalität, Wirtschaftsfeindlichkeit und Desinteresse an Verkehrssicherheit, heißt es von Brose.

Verhältnis zwischen Stadt und Brose soll sich nicht verschlechtern

Die Gefahr einer Verschlechterung des Verhältnisses zwischen der Stadt Coburg und Brose befürchtet der frisch gewählte Oberbürgermeister Sauerteig in diesem Zusammenhang nicht. Es sei das gute Recht von Brose, den geplanten Ausbau anders zu bewerten. Zwar sei eine Vierspurigkeit vom Tisch, trotzdem wolle man mit den Akteuren das Gespräch suchen und nach anderen Ausbaumöglichkeiten Ausschau halten. Die Entwicklung von Brose wolle man wohlwollend begleiten, so Sauerteig. Brose hatte bereits mitgeteilt, ein neues Logistikzentrum am Standort Coburg bauen zu wollen.

Keine Ausweichroute für die A73 durch Coburg

In der vergangenen Woche hatte der Stadtrat mit großer Mehrheit den Plänen des staatlichen Bauamts Bamberg für einen vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 4 auf rund eineinhalb Kilometern Länge eine Absage erteilt. Als Grund dafür wurde unter anderem genannt, dass eine vierspurige Bundesstraße im Stadtgebiet als Ausweichstrecke für die A73 genutzt werden könnte. Auch Anwohner hatten im Vorfeld viele Einwände gegen die Planungen vorgebracht. Lediglich die gemeinsame Fraktion von CSU und Junge Coburger hatte für den Ausbau der B4 gestimmt. Neben Brose hatte auch die IHK in Coburg die Entscheidung kritisiert und von einem fatalen Signal für den Wirtschaftsraum gesprochen.

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