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B303 bei Schirnding wird nun doch vierspurig ausgebaut | BR24

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Die B303 bei Schirnding im Landkreis Wunsiedel wird nun doch vierspurig ausgebaut.

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    B303 bei Schirnding wird nun doch vierspurig ausgebaut

    Seit Jahren setzt sich eine Bürgerinitiative gegen den Ausbau der B303 im Fichtelgebirge ein. Bei Schirnding wird die Bundesstraße nun doch für 33 Millionen Euro vierspurig ausgebaut. Die Grünen kritisieren das Vorhaben und befürchten mehr Kosten.

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    Die B303 bei Schirnding im Landkreis Wunsiedel wird nun doch für 33 Millionen Euro vierspurig ausgebaut. Dafür hat sich am Freitag die Mehrheit des Rechnungsprüfungsausschusses im Deutschen Bundestag ausgesprochen. Die Grünen waren die einzige Partei, die gegen den Ausbau der Bundesstraße gestimmt haben. Abgeordnete Ekin Deligöz (Die Grünen) kritisiert die Entscheidung in einer Pressemitteilung als "nicht wirtschaftlich".

    "Das Eigeninteresse der Christsozialen ist so groß, dass Prestigeprojekte ohne Rücksicht auf dem Rücken der Steuerzahler realisiert werden. Zuerst wird die Verzögerungstaktik gefahren und dann wird trotzdem gegen alle wirtschaftlichen Fakten entschieden. Keine Frage, wir müssen strukturschwache Regionen sinnvoll fördern, aber nicht indem wir sie mit Teer zuschütten." Ekin Deligöz (Die Grünen), Bundestagsabgeordnete

    Kritik: Zu wenig Verkehr auf der B303 bei Schirnding

    Das Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße Richtung tschechische Grenze sei zu gering, um den Ausbau zu rechtfertigen, so ein Sprecher der Abgeordneten auf Anfrage. Derzeit würden pro Tag rund 6.200 Fahrzeuge die B303 bei Schirnding nutzen. Das gehe aus einer aktuellen Verkehrszählung hervor. Ausgelegt sei die Straße aber für 20.000 Fahrzeuge. Bis 2030 könnte das Verkehrsaufkommen laut Prognosen lediglich auf etwa 7.000 Fahrzeuge am Tag ansteigen. Die bestehende zweispurige Straße könnte also ungefähr das dreifache Verkehrsaufkommen bewältigen können.

    Kosten für Baumaßnahme könnten steigen

    Deligöz kritisiert außerdem das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Baumaßnahme und befürchtet höhere Kosten. "Die Wahrscheinlichkeit einer Kostensteigerung ist extrem hoch und wird die Wirtschaftlichkeit des Bauvorhabens endgültig verfehlen. Die Kosten der schon vergebenen Bauleistungen des ersten Bauabschnitts sind bereits um rund 35 Prozent gegenüber der Kostenschätzung des Bundesministeriums für Verkehr aus dem Jahr 2017 gestiegen", so die Abgeordnete.

    Ausbau der Bundesstraße steht schon lang in der Kritik

    Die B303 soll auf einer Länge von 4,5 Kilometern zwischen der Raithenbach-Brücke bei Schirnding und der tschechischen Grenze vierspurig ausgebaut werden. Das Vorhaben steht schon seit Jahren in der Kritik. Die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn befürchten, dass es nicht bei diesem Stück bleiben wird und dass die Bundesstraße längerfristig weiter ausgebaut werden soll.

    Befürworter wollen Lückenschluss nach Tschechien

    Die Befürworter argumentieren mit einem Lückenschluss zur tschechischen Grenze und mit der Bedeutung der B303 als Ost-West-Verbindung. Auf tschechischer Seite gebe es Pläne, die dortigen Straßen ebenfalls weiter vierspurig auszubauen.