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Eine Pflegerin schiebt eine Frau in ihrem Rollstuhl

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    AWO startet Pflege-Petition für bessere Arbeitsbedingungen

    Unter dem Motto "Mehr Respekt für die Pflege, dann klatschen wir!" startet die AWO Mittel- und Oberfranken eine Online-Petition. Sie fordern darin bessere Rahmenbedingungen. Die Eingabe soll dem bayerischen Gesundheitsminister übergeben werden.

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    Von
    • Claudia Grimmer

    "Ohne kompetente Pflege und Betreuung funktioniert unsere Gesellschaft nicht. Doch die Rahmenbedingungen dafür sind denkbar schlecht", beschreibt Sonja Borzel von der AWO Nürnberg die Beweggründe für die Online-Petition. Nach wie vor sei das Berufsbild unattraktiv, denn die Personalschlüssel seien zu knapp bemessen, was zu einer permanenten Überlastung der Pflegekräfte führen würde, heißt es weiter.

    Belastung ist groß – immer mehr wollen gehen

    Jede dritte Pflegekraft spielt mit dem Gedanken, aus dem Beruf auszusteigen. Der Grund sei meist die permanente körperliche und psychische Überlastung, mangelnde gesellschaftliche Anerkennung und ein zu geringes Einkommen. Alleine in der Langzeitpflege fehlen in Deutschland schon mehr als 100.000 Kräfte.

    Gründe sind oft Perspektivlosigkeit und fehlende Wertschätzung. Imagekampagnen und ein Klatschen würden nicht mehr helfen. Die AWO fordert in der Petition ein generelles Umdenken und fordert darin die Politik auf, endlich zu handeln.

    Zahlen über regionale Situation fehlt

    Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern hat erstmals auf eigene Kosten überhaupt eine Pflegepersonalbedarfsstudie (Monitoring) für Bayern erstellen lassen, um so einen genauen Überblick zu bekommen, in welcher Region welcher Bedarf an Pflegekräften exakt da ist und wie viele Pflegekräfte im Freistaat in welchen Einrichtungen beschäftigt sind und in Zukunft benötigt werden. Das Ergebnis wurde vor wenigen Tagen veröffentlicht.

    Der Freistaat wurde dabei in 18 Versorgungsgebiete eingeteilt, sechs davon wurden als kritisch bewertet. Betroffen sind die Regionen Donau-Iller, Augsburg, Main-Rhön, Donau-Wald, München und Südostbayern. Dringend erforderlich sei deshalb nun auch eine verpflichtende Registrierung für beruflich Pflegende in Bayern, denn auch die gibt es nicht im Freistaat. Völlig unklar bleibt auch weiterhin, wie viele überhaupt einmal den Beruf erlernt haben und jetzt ausgestiegen sind.

    Pflegekräfte wollen endlich Verbesserungen

    Die Forderungen in der der Online-Petition sind eine Stärkung des Berufsbildes, reale Personalschlüssel, eine Entlastung durch den Abbau von Bürokratie, höhere Gehälter und Zulagen für alle Beschäftigten, bessere Arbeitsbedingungen und unter anderem ein striktes Gegensteuern bei der Flucht aus dem Pflegeberuf.

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