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Bildrechte: BR/ Laura Grun

3D Struktur eines Motorradsitzes von Oechsler

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    Automobilzulieferer Oechsler aus Ansbach setzt auf 3D-Druck

    Seit Jahren steckt die Automobilindustrie in der Krise. Das spüren auch die Zulieferer. Viele Firmen müssen sich daher für die Zukunft also anders aufstellen. Einen neuen Weg geht die Firma Oechsler aus Ansbach.

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    Von
    • Laura Grun

    Zulieferungen für die Autoindustrie reichen nicht mehr aus. Daher will sich der Autozulieferer Oechsler aus Ansbach auf seinen herkömmlichen Verfahren wie dem Spritzguss-Verfahren nicht ausruhen. Stattdessen setzt er auch auf das 3D Druck-Verfahren mit Plastik.

    Herzstück ist das Technikum

    Sechs riesengroße Drucker stehen in der Industriehalle in Ansbach. Jeden Tag trifft sich dort Andreas Knöchel mit seinem Entwickler-Team im sogenannten Technikum. Es ist das Herzstück der Firma Oechsler, denn dort werden die Produkte von Morgen entwickelt. Zurzeit forscht das Team an einem Motorradsitz. Das Ziel: Er soll komplett in einem der 3D Drucker entstehen. Nach einigen Wochen Forschung sind die Pläne nun fertig und Andreas Knöchel gibt den Druckauftrag frei.

    Zukunft aus dem 3D Drucker

    Seit Jahren besteht das Kerngeschäft von Oechsler aus dem traditionellen Spritzguss-Verfahren. Im Technikum dreht sich jedoch alles um 3D Drucker. Mit Hilfe von feinem, weißem Kunststoff-Pulver entsteht in den Druckern Schicht für Schicht ein Motorradsitz. Die Zukunfts-Strategie von Oechsler: branchenunabhängige Weiterentwicklung in den Bereichen Automobil, Medizin, Industrie und Sport.

    "Diese Bereiche ergänzen sich sehr gut, und wir können mit unterschiedlichen Materialien unterschiedliche Anforderungen erfüllen und so einfach ein breiteres Produktspektrum anbieten." Andreas Knöchel, Leiter Programmmanagement 3D Druck

    Wo heute der Sitz entsteht könnten morgen aber auch medizinische Matratzen oder Schuheinlagen entwickelt werden.

    Serienproduktion ist das Ziel

    Nach rund vier Stunden ist der Druck fertig. Die Herausforderung: Im Technikum findet alles im Labormaßstab statt. Vieles, wie beispielsweise die Reinigung des Motorradsitzes vom übrigen Plastikstaub, wird noch von Hand durchgeführt. Um im großen Maßstab produzieren zu können, tüfteln die Entwickler daher auch an neuen Maschinen, die das künftig automatisieren sollen. Sobald der Prototyp getestet und es Interesse von einem Kunden gibt, kann er in Serie gehen. Das wird bei dem Motorradsitz allerdings noch etwas dauern. Anders am Standort Brodswinden. Hier laufen Inlays für American Football Helme schon in Serie vom Band. Weltweit wurden im vergangenen Jahr mehrere Hunderttausend Stück produziert.

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