Protestaktion vor dem Magna-Werk in Dorfprozelten
Bildrechte: BR/Tilmann Strauch

Protestaktion vor dem Magna-Werk in Dorfprozelten

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Automobilzulieferer Magna: Protest gegen Werksschließung

In Dorfprozelten (Lkr. Miltenberg) haben über 250 Beschäftigte des Automobilzulieferers Magna gegen die geplante Schließung des Standorts protestiert. Um zu zeigen, dass sie vor einem Scherbenhaufen stehen, kippten sie Scherben vors Werkstor.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Mehr als 250 Beschäftigte des Automobilzulieferers Magna in Dorfprozelten (Lkr. Miltenberg) haben sich am Vormittag an einer Protestaktion vor dem Werkstor beteiligt. Als Symbol für den Scherbenhaufen, den die geplante Werkschließung hinterlässt, haben die Beschäftigten und die Gewerkschaft IG Metall einen halben Kubikmeter Altglas und Geschirr vor dem Werkstor ausgeschüttet. Das Werk stand für eine Stunde komplett still, so Percy Scheidler von der IG Metall Aschaffenburg. Darüber hinaus waren auch Vertreter der Kommunalpolitik vor Ort.

Zum Artikel: Automobilzulieferer Magna in Bad Windsheim schließt Werk

Standort Dorfprozelten soll 2025 aufgegeben werden

Der Automobilzulieferer Magna will offenbar seinen Standort in Dorfprozelten, "Magna Mirrors", bis Ende 2025 schließen. Das hat die IG-Metall mitgeteilt und beruft sich auf eine Information des Managements vom vergangenen Montag an den Wirtschaftsausschuss, den Betriebsrat und die Belegschaft. Laut Gewerkschaft sind dadurch mehr als 500 Arbeitsplätze gefährdet. Nach Angaben von Gewerkschaftssprecher Percy Scheidler soll es kommende Woche Gespräche zwischen den Beschäftigten und der Gewerkschaft geben. Weitere Arbeitsniederlegungen sind geplant, so die IG Metall. Der erste Verhandlungstermin für Gespräche mit dem Arbeitgeber ist für den 20. April terminiert.

Zum Artikel: Zwischen Krise und Chance: Bayerns Autozulieferer im Umbau

Bildrechte: BR/Tilmann Strauch
Artikel mit Bild-InhaltenBildbeitrag

Protestaktion vor dem Magna-Werk in Dorfprozelten

Management denkt nach Gewinn-Rückgang über Werksschließung nach

Im Februar hatte Magna mitgeteilt, dass der Gewinn im abgelaufenen Quartal um fast 80 Prozent auf 95 Millionen Euro eingebrochen sei. Verantwortlich dafür seien steigende Ausgaben für Energie, höhere Lohnkosten und Mehrausgaben für die Entwicklung von Elektroauto-Teilen. Bereits im Dezember 2020 hatten IG Metall und Betriebsrat im Rahmen der Restrukturierung 2020/2021 einen Standorttarifvertrag "Transformation" vereinbart, zur Weiterentwicklung des Standorts, mit Investitionen und Neuaufträgen. Für die Zukunftssicherung seien damals auch schmerzhafte Personaleinschnitte toleriert worden, heißt es von Seiten der Gewerkschaft. Seitdem hätten Betriebsrat und IG Metall beim verantwortlichen Magna-Management ständig nachgehakt, wie es mit der nachhaltigen Standortentwicklung und der Einhaltung der Vereinbarungen aussieht.

Werk in Bad Windsheim bereits dicht

Ende 2022 ist das Magna-Werk in Bad Windsheim geschlossen worden. Dort waren 340 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Magna International Inc. ist ein kanadisch-österreichischer Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Aurora (Kanada). Der europäische Zweig wird von Wien aus gesteuert. Weltweit hat der Konzern in 28 Ländern über 168.000 Beschäftigte in 338 Produktionsbetrieben und 96 Entwicklungszentren.

Bildrechte: BR/Tilmann Strauch
Artikel mit Bild-InhaltenBildbeitrag

Protestaktion vor dem Magna-Werk in Dorfprozelten

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der neue BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!