Ein mit Schlamm überzogenes Autowrack auf einem Parkplatz

Das geborgene Autowrack. Auch gut eineinhalb Monate nach dem Fund eines Audi-Oldtimers im Preimdstausee tappt die Polizei im Dunkeln.

Bildrechte: Polizeiinspektion Vohenstrauß
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    Auto aus dem Stausee: Polizei tappt weiter im Dunkeln

    Auto aus dem Stausee: Polizei tappt weiter im Dunkeln

    War es Spionage? Mord? Oder doch nur Schrottentsorgung? Warum wurde dieses damals teure, seltene Auto versenkt? Das fragt sich die Polizei und hofft auf weitere Hinweise. Doch eine Vermutung haben die Beamten schon.

    Seit gut einer Woche sucht die Polizei nach Hinweisen zu dem Fund eines gelben Audi-Coupé im Preimdstausee bei Tännesberg. Die Beamten tappen weiterhin im Dunkeln. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Vohenstrauß im Landkreis Neustadt an der Waldnaab, Tobias Wirth, sagte am Freitagmittag (23.09.) dem BR-Studio Regensburg: "Wir hoffen auf weitere Tipps aus der Bevölkerung - so spinnert sie auch sein mögen."

    Hinweise reichen von Spionage, Schrottentsorgung bis Mord

    Insgesamt sind rund 20 Hinweise eingegangen. Die Spekulationen rund um das Fahrzeug, das gut 40 Jahre im Wasser lag, reichen von einer Schrottentsorgung, über Spionage wegen des damals wenige Kilometer entfernten Eisernen Vorhangs bis zu einem Zusammenhang mit dem 1982 getöteten Nachtclubbetreiber Walter Klankermeier aus Weiden.

    Polizei vermutet Zusammenhang mit Straftat

    Das Fahrzeug steckte bis zu den Seitenspiegeln im Schlamm des Stausees und wurde auch bei der Suche nach einem ertrunkenen 14-jährigen Mädchen im Jahr 2016 nicht bemerkt. Auffällig ist, dass am Fahrzeug das amtliche Kennzeichen des Landkreises Schwandorf (SAD - AD 843) hing und die TÜV-Marke noch erkennbar war, nach der der TÜV im Januar 1980 ablief. Das deutet nach Ansicht von Polizeisprecher Wirth darauf hin, dass das Auto eher in Zusammenhang mit einer schweren Straftat zu bringen ist, als mit einer Schrottentsorgung.

    Musste das Auto schnell verschwinden?

    Möglicherweise sei es so, dass das Fahrzeug in großer Eile verschwinden musste. Die Polizei hat inzwischen bei einer ganzen Reihe von Auto-Händlern nachgefragt, weil sich ältere Verkäufer vielleicht noch erinnern, wer ein solch auffälliges Fahrzeug gekauft oder zur Wartung vorbeigebracht hatte.

    Seltenes Auto wurde vor rund eineinhalb Monaten entdeckt

    Das "coronagelbe" Audi 100 Coupé S mit Fließheck wurde von Polizeitauchern vor mehr als eineinhalb Monaten im Pfreimdstausee in Tännesberg (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) entdeckt und anschließend geborgen. Zwischen 1986 und 1979 wurden von dem Auto rund 30 000 Stück produziert. Es kostete damals rund 14.000 DM. Zur näheren Einschätzung des Funds sagte Wirth dem BR: "Ich hatte in meiner Polizeilaufbahn schon viele Fundsachen, manchmal auch eine Bombe, aber so etwas hatte ich noch nie. Ich hoffe natürlich weiter, dass eines Tages sich von irgendwo jemand meldet, der von dem Fund zufällig erfährt und uns dann wirklich weiterhelfen kann."

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