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Polizeieinsatz in Rosenheim wegen eines eingesperrten Mädchens

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    Autistin und ihr Bruder lebten in verwahrloster Wohnung

    Nach dem gestrigen Polizeieinsatz in Rosenheim kommen nun immer mehr Details ans Licht: Die befreite 26-Jährige ist die Tochter der Wohnungsinhaberin. Sie ist Autistin und hat einen kleinen Bruder. Von Julia Binder.

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    Die junge Frau wurde laut Polizei immer wieder gewalttätig gegen sich selbst und andere. In der verwahrlosten Wohnung lebte außerdem noch ihr Bruder, ein Bub im Schüleralter, wie Polizeisprecher Stefan Sonntag sagte.

    Eine menschliche Katastrophe

    Wann der Mutter die Betreuung ihrer Kinder zu viel wurde, wann ihr "alles über den Kopf gewachsen ist", so Sonntag, das müsse jetzt ermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich eher um eine menschliche als eine strafrechtliche Katastrophe handelt.

    Nach derzeitigen Erkenntnissen kann es laut Polizei und Staatsanwaltschaft sein, dass die Mutter ihre Tochter nicht dauerhaft zwangsweise in das Zimmer gesperrt hatte.

    Ermittlungen der Kripo dauern an

    Nachbarn, Angehörige, Verwandte werden befragt. Und in den nächsten Tagen, so Polizeisprecher Sonntag, könne wohl auch die Mutter vernommen werden. Sie befindet sich auf dem Weg der Besserung, wird den Sturz nach derzeitigen Erkenntnissen überleben.

    Beide Kinder befinden sich an sicheren Orten, ihnen soll ein Neuanfang ermöglicht werden.

    Betroffenheit bei Rosenheims Oberbürgermeisterin

    Gabriele Bauer, die Oberbürgermeisterin von Rosenheim, hatte sich schon am Dienstag erschüttert gezeigt. Sie sprach von einer "bitteren menschlichen Tragödie". Es sei nur schwer vorstellbar, wie es zu solchen Entwicklungen kommen könne. Ihr Mitgefühl gelte der ganzen Familie.