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Auszeichnung für Oberpfälzer Fledermaus-Schutzprojekt | BR24

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© BR/Margit Ringer

Broschüre zur "Großen Hufeisennase"

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Auszeichnung für Oberpfälzer Fledermaus-Schutzprojekt

Die Bemühungen um den Erhalt und den Schutz der Fledermausart "Große Hufeisennase" in Hohenburg im Landkreis Amberg-Sulzbach sind jetzt erneut gewürdigt worden. Es handelt sich nun um ein "Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt".

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Die Fledermausart "Große Hufeisennase" gibt es in Deutschland nur noch in Hohenburg in der Oberpfalz. Jetzt wurde deren Erhalt und Schutz als UN-Projekt der Biologischen Vielfalt ausgezeichnet.

Population ist deutlich gewachsen

1992 wurde in einem Fachwerkstadel die letzte sogenannte Wochenstube der "Hufis", wie sie in Hohenburg genannt werden, in einem Fachwerkstadel gefunden. Damals waren es 24 Tiere. Bis heute hat sich die Anzahl der Tiere dank strengem Schutz verzehnfacht, so Fledermaus-Experte und –Betreuer Rudi Leitl vom Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Zunächst wurde das Gebäude mit der Wochenstube für eine Million Euro restauriert. Eine weitere Million Euro kam durch ein EU-Life-Projekt. Im Rahmen dessen wurde das Gebäude zum Fledermaushaus mit Infozentrum umgebaut. Dort können im Sommer die Fledermäuse live per Infrarotkameras beobachtet werden. Abends beim Ausflug können dank Ultraschall-Detektoren ihre Laute auch hörbar gemacht werden. Tausende Besucher haben sich das Spektakel schon angeschaut.

Projekt mit vielen Facetten

Ein weiterer Teil des Projektes ist eine Herde an Oberpfälzer Rotvieh, die auf einer Waldweide bei Hohenburg weidet. Denn der Dung der Rinder liefert eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Fledermäuse, nämlich bestimmte Dungkäfer und andere Insekten. Zusätzlich wurden viele verschiedene Landschaftspflegemaßnahmen ausgeführt. Im vergangenen Jahr kamen ein Fledermauswanderweg sowie zwei Fledermaustürme in den Nachbarkommunen Schmidmühlen und Kastl hinzu. In einem dieser Türme hat sich eine Fledermaus bereits eingenistet.

"Alles, was wir für die Fledermäuse bisher getan haben, haben sie dankend angenommen." Rudi Leitl

Ministeriumsvertreter lobt Arbeit

Das Beispiel zeige, dass es möglich sei, sich gegen den Artenverlust zu stemmen, sagte der Amtschef des bayerischen Umweltministeriums, Christian Barth. Der Artenverlust sei inzwischen unter den Top-Ten-Risiken weltweit für Sicherheit, Frieden und Wohlstand, so Barth. In Hohenburg werde ein bedeutender Beitrag geleistet zum Schlüssel-Auftrag des 21. Jahrhunderts.

Fledermäuse im Winterschlaf

Die Protagonisten der Ehrung, die "Großen Hufeisennasen", haben die Feierlichkeiten rund um die Auszeichnung nicht mitbekommen, sie befinden sich im Winterschlaf. Der Titel "Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt" ist auf zwei Jahre begrenzt und bringt keine finanzielle Unterstützung mit sich. Das Life-Projekt wurde derweil zu 50 Prozent von der EU sowie vom Freistaat Bayern und regionalen Geldgebern finanziert. Beteiligt war auch der Bundesforst, denn auch auf dem angrenzenden Truppenübungsplatz Hohenfels wurden viele Maßnahmen durchgeführt, um Jagd- und Nahrungsgebiete für die "Hufis" zu schaffen.