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Auszeichnung für Gewerkschafter aus Bangladesh | BR24

© clean clothes campaign

Amirul Haque Amin

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    Auszeichnung für Gewerkschafter aus Bangladesh

    Amirul Haque Amin, der Präsident der Textilarbeiter-Gewerkschaft in Bangladesh, bekommt den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis 2015. Die Auszeichnung wird am 27. September verliehen.

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    Der 54-Jährige bekommt die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung, weil er sich "mit Hartnäckigkeit und Unerschrockenheit für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen und damit für die Würde der Menschen einsetzt, die in der exportorientierten Bekleidungsindustrie von Bangladesch tätig sind", so die international besetzte Jury in ihrer Begründung. Seit über 30 Jahren kämpfe er mit bewundernswertem Mut für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilindustrie.

    "Die Auswahl von Herrn Amin als Preisträger wirkt auf einer Ebene auch auf uns, wo wir uns an die eigene Nase fassen müssen:  Die Frage ethischen Konsumentenverhaltens ist eine Frage, die sich jeder von uns stellen müsste, wenn er im Laden steht und was probiert oder vielleicht nach dem nächsten Schnäppchen greift ." Ulrich Maly (SPD), Oberbürgermeister von Nürnberg

    Kampf für bessere Arbeitsbedingungen

    Amirul Haque Amin ist Präsident und Mitbegründer der National Garment Workers Federation NGWF. Die Textilarbeitergewerkschaft ist die größte in Bangladesch. Die Organisation setzt sich seit 1984 für die Rechte und Menschenwürde der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Bekleidungsindustrie von Bangladesch ein. Noch immer haben viele Modeunternehmen keine Entschädigungszahlungen nach dem Unglück in einer Textilfabrik im April 2013 geleistet. Die NGWF hat die Unternehmen gebeten, eine Vereinbarung über Brandschutz und Gebäudesicherheit zu unterzeichnen. Diese wurde zwar 2012 verfasst, doch die Mehrheit der Unternehmen weigert sich bis heute, sie zu unterschreiben.

    Gefährliche Gewerkschaftsarbeit

    Zum ersten Mal verleiht die Stadt Nürnberg den Menschenrechtspreis an einen Aktivisten für soziale und wirtschaftliche Menschenrechte. Die Gewerkschaftsarbeit in Bangladesh sei außerordentlich gefährlich, hieß es in Nürnberg. Aktivisten laufen nicht nur Gefahr, ihre Arbeitsstelle zu verlieren, sie würden oft auch schikaniert, bedroht oder verhaftet. Die Jury sieht ihre Entscheidung auch als Signal, das Amirul Haque Amin "und seinen Mitstreitenden den notwendigen Schutz gibt, um ihre wichtige Arbeit für menschenwürdige Arbeitsbedingungen fortsetzen zu können".

    "Ich freue mich, dass die Jury zum ersten Mal die sozialen und wirtschaftlichen Menschenrechte ins Zentrum ihrer Entscheidung gestellt hat und mit Amirul Haque Amin einen Aktivisten für die Arbeitnehmerrechte gekürt hat." Ulrich Maly (SPD), Oberbürgermeister von Nürnberg

    Niedrige soziale Standards

    Seit den 1980er-Jahren seien bereits einige Fortschritte erzielt worden. So gebe es bereits Anspruch auf eine Woche Urlaub, einen bezahlten Feiertag am 1. Mai und einen niedrigen Mindestlohn. Allerdings gebe es noch viele Probleme. Ein globalisierter und freier Handel ohne die Einhaltung sozialer Standards widerspreche grundlegenden menschenrechtlichen Anforderungen, so die Jury.

    "Bangladesh steht für ganz Südostasien, wo oft unter nicht hinnehmbaren sozialen aber auch nicht hinnehmbaren ökologischen Bedingungen T-Shirts hergestellt werden, die als Billigware in unseren Läden landen." Ulrich Maly (SPD), Oberbürgermeister von Nürnberg

    Preisverleihung Ende September 2015

    Die Stadt Nürnberg vergibt den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis alle zwei Jahre. Die Preisverleihung an Amirul Haque Amin findet am 27. September 2015 in Nürnberg statt. 2013 ging der Preis an Kasha Jacqueline Nabagesera, die sich in ihrer Heimat Uganda für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen ein.