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Seit knapp zwei Wochen können sich Urlaubs-Rückkehrer an den bayerischen Grenzen, Bahnhöfen und Flughäfen auf das Coronavirus testen lassen. Doch die Auswertung der Tests dauert noch zu lange. Nun sollen private Firmen es besser machen.

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Auswertung der Corona-Tests: Jetzt soll's schneller gehen

Seit knapp zwei Wochen können sich Urlaubs-Rückkehrer an den bayerischen Grenzen, Bahnhöfen und Flughäfen auf das Coronavirus testen lassen. Doch die Auswertung der Tests dauert noch zu lange. Nun sollen private Firmen es besser machen.

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Ministerpräsident Markus Söder hat heute angekündigt, Tests für Reiserückkehrer weiter auszubauen. Urlauber, die aus Risikogebieten zurückkommen, sollten sich verpflichtend noch ein zweites Mal ein paar Tage nach der Rückkehr testen lassen. Doch schon bislang gibt es Probleme, die Tests schnell genug auszuwerten.

Nach neun Tagen noch kein Ergebnis

Betroffen ist unter anderem auch der parlamentarische Geschäftsführer der Freien Wähler im Landtag, Fabian Mehring. Auf seiner Rückreise vom Urlaub aus einem Nicht-Risikogebiet hat er freiwillig einen Test an einer Autobahn-Raststätte gemacht. Bis heute wartet er auf sein Testergebnis, mittlerweile neun Tage.

Viele Reise-Rückkehrer berichten ähnliches. So mache der Test keinen Sinn, kritisiert Mehring, dessen Fraktion der Regierung angehört: "Da müssen wir wesentlich besser werden, sodass es nicht nur Geld kostet, sondern auch wirklich was gegen Corona bringt."

Übermittlung der Ergebnisse erfolgt noch per Hand

Der Test selbst an der Raststätte habe einwandfrei funktioniert. Genommen wurden die Abstriche bisher an Raststätten und Bahnhöfen vor allem von Ehrenamtlichen des Bayerischen Roten Kreuzes. Alleine an den drei Autobahn-Teststationen an der A3, A8 und A93 haben sie mehr als 53.000 Urlaubs-Rückkehrer getestet.

Für die langen Wartezeiten können die Ehrenamtler nichts. Das Auswerten der Tests und die Mitteilung des Ergebnisses liegt in der Verantwortung des Landesamtes für Gesundheit. Gesundheitsministerin Melanie Huml nennt als einen Grund für die lange Wartezeit, dass bei der Auswertung der Tests und der Ergebnisübermittlung bisher kaum digitale Verfahren verwendet würden. Es brauche Zeit und viel Manpower "um das alles einzutippen".

Private Betreiber übernehmen - haben aber noch zu wenig Personal

Das soll sich nun ändern: Ab heute übernehmen die Tests und ihre Auswertung privater Anbieter. Die Station an der A3-Raststätte Donautal wurde am Nachmitag an das internationale Biotech-Unternehmen Eurofins übergeben, die beiden anderen Autobahn-Stationen folgen in den nächsten Tagen.

Doch es gibt noch ein zweites Problem: Weil Eurofins offenbar nicht rechtzeitig genügend Personal bereitstellen konnte, helfen die Ehrenamtlichen vom Roten Kreuz noch einige Tage weiter aus beim Testen. Eine weitere Verlängerung der Aushilfe durch Ehrenamtliche könne es aber nicht geben, kündigte der Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes Theo Zellner an.

An den Flughafen-Teststationen ist eine andere private Firma bereits seit einigen für die Tests zuständig. Auch da hatte es zunächst Anlaufschwierigkeiten und nicht genügend Personal gegeben.

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Die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland steigt. Bayern will jetzt verstärkt testen und überall im Freistaat entsprechende Zentren einrichten. Das gab Ministerpräsident Söder nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung bekannt.

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