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Ausschuss billigt sechsspurige A8 ab Chiemsee | BR24

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Auf der A8 zwischen Inntaldreieck und der österreichischen Grenze soll eine Superautobahn entstehen mit sechs statt vier Spuren. Heute gabs grünes Licht für den Abschnitt ab Chiemsee.

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Ausschuss billigt sechsspurige A8 ab Chiemsee

Wäre der Ausbau der A8 auf sechs Spuren plus Standspur wirtschaftlich? Der Bundesrechnungshof hat das lange bezweifelt. Jetzt hat das CSU-geführte Bundesverkehrsministerium nachgebessert und die Rechnungsprüfer weitgehend überzeugt.

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Richtig begeistert ist der Rechnungshof immer noch nicht. Aber die neuen Zahlen aus dem Verkehrsministerium von Andreas Scheuer reichen, um die wesentlichen Bedenken auszuräumen: In seiner Neubewertung kommt der Rechnungshof zum Schluss, in Gesprächen seien "Unklarheiten und Defizite nachgebessert worden".

Ja zum sechsspurigen Ausbau auch von SPD und FDP

Damit sind nun auch im Bundestag die Zweifel am Ausbau der Autobahn weitgehend verflogen. Der Rechnungsprüfungsausschuss stimmte mehrheitlich für das Projekt. Dabei waren auch die SPD-Abgeordneten, die lange skeptisch waren.

"Wir haben uns diese Abwägung nicht leicht gemacht", sagt der bayerische SPD-Abgeordnete Andreas Schwarz. Aber irgendwann müsse man entscheiden, "und wir haben uns entschieden im Sinne der Menschen in der Region". Sein FDP-Kollege Karsten Klein aus Aschaffenburg ist zwar nicht ganz überzeugt, dass dem Ausbau der A8 auf sechs Spuren plus Standspur nichts mehr im Wege stehe: Er sieht nach der Neubewertung durch den Rechnungshof nur einen "leichten Vorteil für den sechsspurigen Ausbau". Aber damit stehe dem Ausbau "für uns nichts mehr im Wege".

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Wäre der Ausbau der A8 auf sechs Spuren plus Standspur wirtschaftlich? Die Zweifel daran sind im Bundestag mittlerweile weitgehend ausgeräumt. Bei den Grünen jedoch nicht.

Nur Grüne gegen den A8-Ausbau

Anders sehen das nur die Grünen. Ihre bayerische Landesgruppenvorsitzende Ekin Deligöz wirft dem Rechnungshof vor, bei seiner Bewertung den Naturschutz und dessen Kosten vergessen zu haben. Das Verkehrsministerium habe "die Zahlen so lange hin und hergedreht und neu berechnet, bis endlich alle Zahlen passend sind". Der Realität entspreche das aber nicht. Deligöz spricht von "Trickserei". Und stimmte gegen den Ausbau. Laut den Plänen des Verkehrsministeriums soll die A8 zwischen Inntaldreieck und Salzburg auf sechs Spuren ausgebaut werden, plus jeweils eine Standspur.

Keine Standstreifen, alte Fahrbahnen

Die Autobahn A8 München Salzburg durchs Chiemgau ist eine der ältesten Autobahnen Deutschlands. Gebaut wurde sie zwischen 1934 und 1939. Standstreifen hat die Autobahn in diesem Bereich nicht, was bei Unfällen für Unfallbeteiligte und Rettungskräfte hochgefährlich ist.

Dass die A8 ausgebaut und modernisiert werden muss, bezweifeln die wenigsten. Kritisiert wird aber das Ausmaß der geplanten Erweiterung – statt "6 plus 2" fordern viele "4 plus 2" – also nur vier Fahrstreifen plus zwei Standspuren.