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"Ausnahmezustand": Ausflügler stürmen das Allgäu | BR24

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Die Allgäuer Alpen am Pfingstmontag: Die Region ist wegen vieler Ausflügler im "Ausnahmezustand", so die Polizei.

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"Ausnahmezustand": Ausflügler stürmen das Allgäu

Chaos durch Wildparker und Wildcamper: Die Allgäuer Alpen sind am Pfingstmontag wegen vieler Ausflügler im "Ausnahmezustand", so die Kemptner Polizei. Auch am Kochelsee in Oberbayern geht es "richtig heftig" zu, meldet der Bürgermeister.

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Das gute Wetter hatte den Bergregionen im Allgäu schon am Sonntag viele Besucher gebracht. Zwar beklagten Hoteliers zum Teil eine nur 30-prozentige Auslastung - Gastronomen, Bergbahn- und Parkplatzbetreiber aber waren zufrieden.

Rund um Oberstdorf waren die Parkplätze am Sonntagmittag belegt. Bei der Hochgratbahn ging überhaupt nichts mehr und auch in Gunzesried, das zu Blaichach gehört, war der Wanderparkplatz schon in der Früh voll.

Chaos durch Wildcamper und Wildparker

Am Montagvormittag kam es noch schlimmer: Vor allem bei Reichenbach, einem der Ausgangspunkte für Wanderungen durch die Breitachklamm ins Kleinwalsertal. Hier gab es schon am Morgen keine Parkplätze mehr. Die Ausflügler stellten ihre Autos sogar ins Naturschutzgebiet, auf Wiesen und in den Wald. Dazu kamen Wildcamper in den Bergen.

Die Kemptner Polizei spricht von einem "Ausnahmezustand". Es hagelte Strafzettel. Die Streifen waren im Dauereinsatz, ein Polizeihubschrauber flog über der Region, um alles zu dokumentieren. Das wilde Parken führte dazu, dass im Oberallgäu die Kreisstraße OA4 nahezu zugeparkt war, wie ein Polizeisprecher sagte.

"Das komplette Allgäu ist voll, übervoll, von Füssen bis Lindau." - Sprecher der Polizei

Auch am Kochelsee "richtig heftig"

Ansonsten hatte es in Bayern die Menschen zum Start der Pfingstferien zunächst sehr zögerlich an die Seen und in die Berge gezogen. Von einem Ansturm, der nach den wochenlangen Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise teilweise erwartet wurde, konnte erstmal nicht die Rede sein.

Über weiten Teilen des Freistaates spannte sich aber spätestens am Montag ein weiß-blauer Himmel. Auch in Oberbayern sorgte die Wetterbesserung am Montag für Ausflugslaune. Auf der Bundesstraße 318 Richtung Tegernsee staute sich zeitweise der Verkehr. Am See waren Spazierwege gut besucht, Menschen sonnten sich in Cafés, andere nutzten das schöne Wetter für eine Bootsfahrt.

Auch die oberbayerische Gemeinde Kochel am See erlebte an Pfingsten mit etwas Verspätung einen großen Andrang von Ausflüglern. Während es Samstag und Sonntag noch überschaubar zuging, wurde der malerische Ort am Montagnachmittag geradezu von Menschen geflutet. "Das ist heute richtig heftig", sagte Bürgermeister Thomas Holz. Auch er beklagte das rücksichtslose und wilde Parken. Viel Polizei sei daher im Einsatz gewesen.

Auf den Straßen "unterm Strich sehr ruhig"

Seit Samstag dürfen Hotels und andere Beherbergungsbetriebe in Bayern auch wieder touristische Übernachtungen anbieten, ebenso nahmen die Seenschifffahrt und die Seilbahnen ihren Betrieb wieder auf. Abgesehen vom Allgäu war es auf den Straßen Bayerns auch am Montag "unterm Strich sehr ruhig", wie die Polizei mitteilte. "Kein Vergleich zum letzten Jahr."

Diese Einschätzung teilt auch der ADAC. Allerdings habe es deutlich mehr Staus gegeben als am Osterwochenende, so ein Sprecher.

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An den Grenzen zu Österreich hat es zu Pfingsten deutlich mehr Staus gegeben als am Osterwochenende. Das teilte der ADAC mit. Verglichen mit Pfingsten vor einem Jahr war allerdings deutlich weniger los.

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