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Ausgestorben geglaubter Nachtfalter in Unterfranken gesichtet | BR24

© Uni Würzburg

Der Nachtfalter "Helle Pfeifengras-Grasbüscheleule".

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    Ausgestorben geglaubter Nachtfalter in Unterfranken gesichtet

    In einem Eichenwald bei Wiesentheid im Landkreis Kitzingen sind mehrere Exemplare eines Nachtfalters gefunden worden, der in Mitteleuropa als ausgestorben galt. Der Uni Würzburg zufolge ist diese Entdeckung eine "kleine Sensation in der Zoologie".

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    Lange galt der Nachtfalter "Helle Pfeifengras-Grasbüscheleule" in Mitteleuropa als ausgestorben. Nun wurden mehrere Exemplare in einem Eichenwald bei Wiesentheid im Landkreis Kitzingen nachgewiesen. Die Universität Würzburg bezeichnet diese Entdeckung als "kleine Sensation in der Zoologie". Der lateinische Name des seltenen Falters lautet "Pabulatrix pabulatricula".

    Gezielte Suche nach dem seltenen Nachtfalter

    Ein erstes Exemplar der "Hellen Pfeifengras-Grasbüscheleule" wurde bereits im Juli 2019 entdeckt, etwa ein Jahr später sind es nun mehrere Tiere. Gefunden wurden die seltenen Insekten bei einer gezielten Suchaktion im Sommer 2020. Die Suche wurde im Rahmen eines größeren Forschungsprojekts durchgeführt. Dort wird allgemein die Massenvermehrung von Schwammspinnern, die ebenfalls Nachtfalter sind, in Unter- und Mittelfranken untersucht. An diesem Forschungsprojekt sind die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), die Technische Universität München und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft beteiligt.

    Biologen wollen Rätsel lösen

    Wie und warum sich der Nachtfalter in diesem Waldstück angesiedelt hat, muss aktuell noch erforscht werden. "Bekannt ist aber, dass Arten über Jahrzehnte unter der Nachweisschwelle überleben können und dann unerwartet wiederauftauchen", heißt von der Uni Würzburg. Laut dem Schmetterlingsexperten Hermann Hacker von der Ökologischen Station der Uni Würzburg ist dieses unerwartete Wiederauftauchen allerdings eine absolute Ausnahme.

    Falter kommt nur in alten Eichenwäldern vor

    Seit Jahrzehnten galt die "Helle Pfeifengras-Grasbüscheleule" in Mitteleuropa als ausgestorben und sei auch woanders auf der Welt kaum verbreitet, heißt es von der Uni Würzburg. Laut Zoologen der JMU gehört die Helle Pfeifengras-Grasbüscheleule zu einer Art, die schon vor 100 bis 150 Jahren aus den mitteleuropäischen Wäldern verschwunden ist – und das, obwohl ihre natürlichen Lebensräume nach wie vor vorhanden seien. Das seltene Tier lebt in lichten, alten Eichenwäldern mit großen Bestandteilen an Immergrün. Die Raupen der Falterart fressen ausschließlich Pfeifengras, so kommt die Helle Pfeifengras-Grasbüscheleule auch zu ihrem Namen.

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