BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Ausgerottete Bartgeier: Kehren sie zurück ins Allgäu? | BR24

© BR/Viktoria Wagensommer

Einst wurde der Bartgeier ausgerottet, weil es hieß, er würde Schafe reißen. Dabei ist der imposante Vogel Aasfresser. Auswilderungs-Projekte haben inzwischen sichtbaren Erfolg. Auch im Allgäu sind schon Bartgeier gesehen worden.

3
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Ausgerottete Bartgeier: Kehren sie zurück ins Allgäu?

Einst wurde der Bartgeier ausgerottet, weil es hieß, er würde Schafe reißen. Dabei ist der imposante Vogel Aasfresser. Auswilderungs-Projekte haben inzwischen sichtbaren Erfolg. Auch im Allgäu sind schon Bartgeier gesehen worden.

3
Per Mail sharen
Teilen

Er ist durch die Jagd schon vor 100 Jahren weitgehend ausgerottet worden, der Bartgeier. Jetzt könnte das imposante Tier wieder heimisch werden. Bartgeier sind große Greifvogel mit bis zu drei Metern Flügelspannweite. Mit viel Glück kann man sie jetzt im Allgäu wieder beobachten.

Begeisterte Vogel-Beobachter

Henning Werth vom Landesbund für Vogelschutz versucht es am Zeigersattel am Nebelhorn, mit großem Fernglas auf dem Stativ.

Wenn ein Bartgeier auftaucht, ist das natürlich ein Wahnsinns-Erlebnis. Das ist ein perfekter Flieger! Sehr groß und dabei sehr leicht. Also, der fliegt dem Steinadler über alle Berge davon. Henning Werth, Landesbund für Vogelschutz

Bartgeier ist auf Knochen aus

Seinen Namen hat der Vogel von seinem Bart unterhalb des großen Schnabels zu verdanken. Mit ihm macht er sich über tote Tiere her, zum Beispiel abgestürzte Gämsen. Henning Werth hält auf der Suche nach dem Bartgeier deshalb nach Tier-Kadavern Ausschau.

Verbleite Munition bedroht Bartgeier

In wenigen Stunden könnte hier also ein Bartgeier auftauchen. Falls die Gämse nicht auf natürliche Weise gestorben ist, dann kann sie für ihn allerdings gefährlich sein. Bleipartikel aus der Munition von Jägern ist für den Bartgeier lebensbedrohlich. Bleifreie Munition wäre wohl die wichtigste Schutzmaßnahme zur Unterstützung der Wiederbesiedelung der Alpen durch Bartgeier.

Bartgeier als Grenzgänger

Die Auswilderungs-Projekte in Österreich und der Schweiz haben inzwischen sichtbaren Erfolg: Im österreichischen Lechtal, nur etwa zehn Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt, hat sich 2017 ein Brutpaar in einem Horst niedergelassen. Heuer hat es erstmals Nachwuchs und Henning Werth hat den Jungvogel schon fliegen sehen. Vielleicht lässt sich der Jungvogel später ja sogar im Allgäu nieder. Dann wären Bartgeier bei uns nicht mehr nur Besucher, sondern wieder Einheimische wie früher.