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Ausgangsbeschränkung: Tegernsee blitzt mit Verbot ab | BR24

© dpa/Peter Kneffel

Bierbänke und Tische in Gmund am Tegernsee

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    Ausgangsbeschränkung: Tegernsee blitzt mit Verbot ab

    Im Zuge der Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus wollen die Bürgermeister im Tegernseer Tal verhindern, dass zu viele Spaziergänger kommen. Deshalb haben sie einen Brief an Landtagspräsidentin Aigner (CSU) geschrieben. Bislang vergeblich.

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    Die Bürgermeister im Tegernseer Tal wollen in der Corona-Krise Ausflüge in ihre Region behördlich untersagen lassen. Es habe zwar keinen Ansturm gegeben, dem wolle man aber vorbeugen, sagte der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn. "Seien Sie solidarisch, bleiben Sie zu Hause, damit Sie bald wiederkommen können!", sagte Hagn im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt am Morgen).

    In einem Brief an Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), die im Landkreis Miesbach ihren Stimmkreis hat, schrieb Hagn im Namen der Bürgermeister, die Allgemeinverfügung solle dahin gehend erweitert wird, "dass sich die Leute nur in ihren Landkreisen aufhalten dürfen. Insbesondere was Spazierengehen und Sport betrifft". Das erwarteten die Bürger im Tegernseer Tal, sagte Hagn.

    Sport und Bewegung an der frischen Luft erlaubt

    Der Katastrophenstab der Staatsregierung will auf die Forderung der Bürgermeister allerdings nicht eingehen. Man werde die Allgemeinverfügung nicht ändern, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Die Allgemeinverfügung regelt, dass seit Samstag das Verlassen der Wohnung nur noch aus triftigen Gründen erlaubt ist - wozu aber auch "Sport und Bewegung an der frischen Luft" zählen. Hagn setzt auf die Solidarität der Ausflügler, derzeit wegen Corona nicht nach Tegernsee zu kommen. "Muss das denn sein? Ich kann ja, wenn ich in Untergiesing wohne, auch in den Perlacher Forst gehen zum Spazieren."

    Keine Bergtouren, um Bergretter zu entlasten

    In Hagns Brief im Namen der Bürgermeister heißt es: "Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Verwaltungen auch in zwei Monaten noch arbeitsfähig sind. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer hinter den 'Münchnern' den Dreck wegräumen soll." Hintergrund: Aufgrund mehrerer Krankheitsfälle kann momentan nur noch der Notfallbetrieb - Müllabfuhr und Wasser - aufrecht erhalten werden. "Wir haben schlicht und ergreifend kein Personal, um die Mülleimer zu leeren", sagt Hagn. "Wir stellen ja fest, dass ein Großteil der Leute solidarisch sind und daheim bleiben und es sind einige wenige, die wir nicht erreichen können, die fahren dann zu uns rein. Es sind nur sehr wenige, aber es werden zunehmend mehr."

    Die Bürgermeister riefen auch auf, Bergtouren in der Region zu unterlassen. Nicht zuletzt müssten bei einem Unglück Rettungskräfte ausrücken. "Die Wasser- und Bergretter sind Ehrenamtliche, die woanders gebraucht werden", heißt es in dem Brief.

    Hagn: "Ich stelle fest, dass hier Leute bei wenigen Grad Wassertemperatur mit Baumwoll-Kleidung auf dem See unterwegs sind. Die Rettungskräfte, die wir jetzt möglicherweise einsetzen müssen für Wasser- und für Bergrettung, die kommen ja auch mit Menschen in Kontakt." Man brauche diese Leute aber , "weil wir ganz genau wissen, dass unsere medizinische Versorgung irgendwann mal am Rand sein wird. Wir brauchen diese Leute."

    Besser keine Ausflüge an beliebte Orte

    Die Staatsregierung hatte mitgeteilt, Spazierengehen und Bewegung an der frischen Luft seien gestattet, aber nur allein oder mit Angehörigen des eigenen Haushaltes. "Bitte halten Sie Abstand. Bedenken Sie auch, dass an beliebten Ausflugszielen, zum Beispiel am Starnberger See oder im Englischen Garten, dieser Abstand möglicherweise nicht eingehalten werden kann. Von Ausflügen an beliebte Orte wird daher dringend abgeraten."

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