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Ausgangsbeschränkungen wegen Corona: Polizei lobt Bürger | BR24

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In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut inzwischen fast 17.000 Corona-Infektionen nachgewiesen. Bayern und einige andere Bundesländer haben bereits strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt. Die Polizei kontrolliert, ob sie eingehalten werden.

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Ausgangsbeschränkungen wegen Corona: Polizei lobt Bürger

Die Menschen in Bayern halten sich weitgehend an die Ausgangsbeschränkung, die seit Mitternacht in Kraft ist. Die Polizei lobt das Verhalten der Bevölkerung und kündigt Kontrollen mit Augenmaß an.

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Bayerns Innenminister Herrmann zieht nach der ersten Nacht nach inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen eine positive Bilanz. Im BR-Interview sagte er, die allermeisten Bürger hielten sich an die Auflagen. In der Nacht hätten lediglich einige Treffen und Partys von Jugendlichen aufgelöst und die jungen Leute nach Hause geschickt werden müssen.

Später ergänzte er, auch im Laufe des Samstags hätte die Polizei lediglich in einigen Fällen noch kleinere Menschengruppen angetroffen, zu besonderen Problemen sei es nicht gekommen. Herrmann kündigte an, dass die Einhaltung der Anordnung weiter konsequent kontrolliert werde. "Ich glaube, für jeden vernünftigen Menschen ist klar, dass wir in einer Situation, wie wir sie derzeit haben, keine vollen Biergärten oder Wirtsstuben akzeptieren können", sagte er. Jedes Polizeipräsidium sei heute mit zwei Einsatzzügen der Bereitschaftspolizei verstärkt worden. "Es geht jetzt darum, das öffentliche Leben so weit wie möglich zu beschränken. Die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen ist unerlässlich, um die Corona-Pandemie einzudämmen", erklärte der Innenminister.

Zehn Verstöße in München

Auch der Sprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins, zeigte sich im Gespräch mit dem BR zufrieden. Die Nacht in München sei ruhig verlaufen - "wie es der Polizist möge".

"Zehn Verstöße haben wir festgestellt, bei rund 60 Kontrollen, die wir durchgeführt haben. Das ist für eine Millionenstadt eigentlich ein sehr guter Wert. Die meisten Menschen verhalten sich sehr kooperativ. Die Damen und Herren, die wir angetroffen haben, waren entweder nicht im Bilde - auch das gibt es heutzutage noch - oder sehr verständig dafür, dass wir sie nach Hause geschickt haben." Marcus da Gloria Martins, Sprecher der Münchner Polizei

Für die bayerische Polizei sei es die Situation mit der Überwachung und den Kontrollen dieser Art ebenso ungewöhnlich, erklärte da Gloria Martins weiter. "Weil wir natürlich ganz, ganz tief in die Alltagssituation der Bürgerinnen und Bürger eingreifen. Das fühlt sich im ersten Aufschlag nicht gut an, es ist aber extrem wichtig, dass es gemacht wird. Deshalb ist unser Leitmotiv natürlich, dass wir diese Kontrollfunktion wirklich mit Fingerspitzengefühl wahrnehmen und auch sehr praxisorientiert machen."

Das bedeute, dass niemand, der unterwegs sei, nun alle fünf Meter von einem Polizisten angesprochen werde.

"Wir machen das mit Augenmaß, vor allem natürlich sehr lageorientiert, sprich, haben wir Erkenntnisse, dass es größere Fußgängerströme gibt zum Beispiel, dann werden wir da sein. Wir wollen die Menschen nicht weiter dadurch belasten, dass sie die Polizei ständig im Nacken haben." Marcus da Gloria Martins, Sprecher der Münchner Polizei

Da Gloria Martins betonte auch, dass sich in den vergangenen Tagen bereits viele freiwillig an die Vorgaben gehalten hätten. Bedingt durch das gute Wetter hätten aber viele noch das Narrativ der nördlichsten Stadt Italien vor Augen gehabt und sich schöne Stunden, etwa an der Isar oder am Englischen Garten gemacht und dabei ausgeblendet, was derzeit tatsächlich in Italien passiere. Diese Menschen müsse man jetzt noch einmal abholen.

Keine Passierscheine erforderlich

Der Münchner Polizeisprecher wies darauf hin, dass Passierscheine zurzeit noch nicht gebraucht werden. Als reine Empfehlung könne er aber raten, immer einen Ausweis mitzuführen.

"Nehmen Sie, wenn sie beruflich unterwegs sind, einfach eine formlose Bescheinigung des Arbeitgebers mit. Da muss nur draufstehen, wer Sie sind und dass Sie tatsächlich berufstätig und nicht im Homeoffice sind. Das verkürzt die Kontrollen. Aber grundsätzlich gilt, Sie brauchen keinerlei Passierschein und nach dem jetzigen Stand sehe ich auch nicht die Notwendigkeit, dass so etwas eingeführt werden muss." Marcus da Gloria Martins, Sprecher der Münchner Polizei

Ausgangsbeschränkung fast überall eingehalten

Insgesamt verzeichnete das Polizeipräsidium Oberbayern bei rund 1.600 Kontrollen 64 Verstöße. Auch andernorts in Bayern scheinen sich die Menschen überwiegend an die Auflagen zu halten. So meldeten etwa die Einsatzzentralen in Ober- und Mittelfranken keine erhöhten Einsatzzahlen wegen der Corona-Maßnahmen. In Schwaben berichtete ein Polizeisprecher am Morgen vom "ganz normalen Wahnsinn" bis Mitternacht, danach sei Ruhe eingekehrt. Möglicherweise habe dazu auch das regnerische Wetter beigetragen. Im Laufe des Tages trugen die Polizeidienststellen dann einige Fälle zusammen, in denen sich Menschen nicht an die Verordnung gehalten haben.

In Unterfranken stellte die Polizei nach eigenen Angaben einige Verstöße fest. So musste etwa eine Geburtstagsfeier von Jugendlichen in einem Bauwagen aufgelöst werden, drei junge Männer wurden zudem bei einem Lagerfeuer angetroffen. Alle Beteiligte erhalten eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung.

Polizei: Bei Fragen zu den Maßnahmen nicht die 110 wählen

Die Polizei bittet Bürger, sich nicht über die 110 über die Ausgangsbeschränkungen zu informieren, sondern über die Website des bayerischen Innenministeriums. Wie ein Sprecher mitteilte, hatten viele verunsicherte Bürger seit der Verkündung der Ausgangsbeschränkungen die 110 gewählt, um abzuklären, unter welchen Bedingungen es erlaubt ist, die Wohnung zu verlassen. Dadurch war der Notruf stärker belastet als gewöhnlich.

Wichtige Fragen und Antworten zu den Ausgangsbeschränkungen finden Sie auch hier.

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Die Menschen in Bayern halten sich weitgehend an die Ausgangsbeschränkung, die seit Mitternacht in Kraft ist. Die Polizei lobt das Verhalten der Bevölkerung und kündigt Kontrollen mit Augenmaß an.

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Sendung

Bayern 2 am Samstagvormittag

Von
  • Johannes Marchl
  • BR24 Redaktion
  • Rüdiger Kronthaler
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