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Bildrechte: pa/dpa/Armin Weigel

Sankt Englmar fürchtet mehr Besucher am Wochenende, da sich alle anderen Bayerwald-Landkreise für Auswärtige abgeschottet haben.

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Ausflug in den Bayerwald: Wird Sankt Englmar überrannt?

Die Wintersportgemeinde Sankt Englmar im Bayerischen Wald befürchtet, dass sich dieses Wochenende Tagesausflügler verstärkt auf ihr Gebiet stürzen könnten. Bürgermeister Anton Piermeier (CSU) appelliert "dringend an die Vernunft der Menschen".

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Von
  • Renate Roßberger
  • BR24 Redaktion

Während sich alle anderen Bayerwald-Landkreise gegen Tagesausflügler abgeschottet haben, ist Wintersport für Auswärtige noch in einem Landkreis möglich: im Kreis Straubing-Bogen. Nun befürchtet die Wintersportgemeinde Sankt Englmar, dass sich dieses Wochenende Tagesausflügler verstärkt auf ihr Gebiet stürzen könnten. Der Bürgermeister ist alarmiert. Ein eigenes Maskottchen wirbt um Vernunft.

Bereitschaftspolizei kommt zur Unterstützung

Sankt Englmars Bürgermeister Anton Piermeier (CSU) sagte dem BR: "Ich appelliere dringend an die Vernunft der Menschen". Man werde aber auch streng sein. "Wir sperren die Parkplätze nicht, aber wenn sie voll sind, müssen Ausflügler, die keinen Platz mehr finden, umkehren." Wildparken werde nicht toleriert.

Die Polizei werde vor allem in den Kernzeiten ein Auge auf das Gebiet haben, so der Bürgermeister weiter. Außerdem habe er die Zusage, dass auch Bereitschaftspolizei als Verstärkung da sein wird.

Straubing-Bogen lässt Tagesausflügler rein

Sankt Englmar liegt im Landkreis Straubing-Bogen, der momentan bei den Inzidenzen unter 200 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt. Deshalb sind hier - im Unterschied zu allen anderen Bayerwald-Landkreisen, Freyung-Grafenau, Regen, Deggendorf und Cham - Tagesausflügler aus anderen Regionen nicht ausgesperrt. Auch die 15-Kilometer-Regel für Einheimische gilt hier nicht.

Die Skipisten in Sankt Englmar sind zwar - wie überall - wegen des Lockdowns geschlossen. Die Langlaufloipen wurden jedoch für die Einheimischen gespurt. Außerdem locken der Neuschnee und zahlreiche Winterwanderwege.

Eigenes Maskottchen "für die Vernunft"

Ein eigenes Maskottchen soll nun an die Vernunft der Besucherinnen und Besuchern appellieren. Das gab der Wintersportort am Nachmittag in einer Pressemitteilung bekannt. Ein Strichmännchen mit dem Namen "Wintersport-Wastl" wurde kreiert und bittet zum Beispiel auf der Internetseite des Ortes die Tagesausflügler, am Wochenende lieber zuhause zu bleiben.

© Tourist-Info Sankt Englmar
Bildrechte: Tourist-Info Sankt Englmar

Plakat mit dem "Wintersport-Wastl", mit dem Sankt Englmar an die Vernunft der Besucher appelliert

Sinnvoller sei es, unter der Woche zu kommen, wenn es sich nicht so drängt. Wörtlich und mit Dialektanklang heißt es in dem Aufruf mit dem Männchen: "Da Wintersport-Wastl kommt nur nach Sankt Englmar zum Wintersporteln, wenn ned so vui andere Leit do san - und des ist unter der Woch."

In der Pressemitteilung bittet der Urlaubsort erneut um "Vernunft und Selbstdisziplin" und darum, am Wochenende "Menschenansammlungen und Verkehrschaos zu vermeiden". Gäste seien in Sankt Englmar immer gern gesehen, betont die Touristinfo, "auch in Zeiten des Lockdowns, wenn nichts zu verdienen ist". Aber man sollte Tagesausflüge an einem Wochentag und nicht am Wochenende machen, um Ansteckungen zu verhindern.

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