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Ausbildungsmarkt Bayern: "Kein Corona-Jahrgang" | BR24

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Azubi bei einer Abfüllanlage: Rein rechnerisch kommen auf jeden Lehrstellen-Suchenden 12,5 Stellen in Bayern.

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    Ausbildungsmarkt Bayern: "Kein Corona-Jahrgang"

    Der Ausbildungsmarkt leidet nach Einschätzung von Ralf Holtzwart, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, kaum unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. "Es gibt 2020 keinen Corona-Jahrgang", sagt er. Für die noch Suchenden sieht er gute Chancen.

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    Von
    • Wolfram Weltzer

    Ein verlorener "Corona-Jahrgang" in diesem Ausbildungsjahr war befürchtet worden, jetzt aber ziehen die bayerischen Arbeitsagenturen eine positive Lehrstellenbilanz: 69.968 Bewerberinnen und Bewerber hatten sich an die Agenturen gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Ende September waren davon nur noch 1.269 unversorgt. Rein rechnerisch kommen auf jede und jeden von ihnen 12,5 freie Stellen.

    Empfehlung an Jugendliche: noch bis Ende des Jahres bewerben

    Christof Prechtl von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft appellierte an die Jugendlichen, sich auch jetzt, nach Beginn des Ausbildungsjahres, noch zu bewerben. Die Unternehmen stellten Azubis noch bis Ende des Jahres ein. "Ihr habt auch in der Corona-Zeit beste Chancen", so Prechtl. Über die Hälfte der 15.852 Lehrstellen verteilt sich auf wenige Berufe: Gesundheitswesen, Gebäudetechnik, Lebensmittelhandwerk, Verkauf sowie Hotellerie, Gastronomie und Tourismus.

    Ausbildungsbedingungen verbessern

    Svenja Thelen, Bezirksjugendsekretärin des DGB in Bayern, macht dafür teilweise die Ausbildungsbedingungen verantwortlich. Zehn Prozent der Azubis arbeiteten regelmäßig über 40 Stunden pro Woche, ein Drittel bekomme keinen verbindlichen Ausbildungsplan, obwohl das eigentlich Vorschrift sei. Auch der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart, empfahl Unternehmen mit Besetzungsschwierigkeiten, "sich auch in der Ausbildung attraktiv und zukunftsorientiert aufzustellen".

    Rückläufige Zahlen nicht Corona-bedingt

    Insgesamt ging die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen (-6,7 Prozent) und der ausbildungswilligen Menschen (-6,4 Prozent) in diesem Jahr erneut leicht zurück. Das habe aber nichts mit Corona zu tun, sondern entspreche dem langfristigen Trend, so Holtzwart. Neben demografischen Gründen sei dafür auch die zunehmende Akademisierung des Arbeitslebens verantwortlich. Eine mögliche Folge der Pandemie macht dem Agenturchef dennoch Sorgen: Es hätte weniger Praktika für Schülerinnen und Schüler gegeben. "Da fehlt ein wesentlicher Baustein für die Berufswahl, und das ist ein echtes Manko", so Holtzwart.

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