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Aus Protest: Franke fährt mit Traktor nach Berlin | BR24

© BR/Karin Goeckel

Landwirt Fritz Haspel fährt mit dem Traktor nach Berlin

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    Aus Protest: Franke fährt mit Traktor nach Berlin

    Ein Bauer auf großer Fahrt: Fritz Haspel aus dem Landkreis Ansbach ist der einzige Landwirt aus Bayern, der mit dem Traktor zur großen Demonstration gegen die Agrarindustrie in Berlin fährt. Heute früh ist er gestartet.

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    520 Kilometer liegen vor Fritz Haspel. Am Freitagnachmittag will der Bauer vor Berlin ankommen. Am Samstag reiht er sich dann in die große Traktorkolonne von Landwirten aus ganz Deutschland ein und fährt mit ihnen vor das Brandenburger Tor. Fritz Haspel, der sich in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) engagiert, unternimmt diese Fahrt bereits zum vierten Mal. Warum er eine solch lange Reise bei Wind und Wetter mit dem Trecker auf sich nimmt? "Weil es einfach richtig ist", sagt Fritz Haspel.

    Naturnahe Landwirtschaft wird nicht belohnt

    Den Landwirt aus dem Colmberger Ortsteil Poppenbach ärgert vor allem, dass in der Agrarförderung kein Unterschied gemacht wird, ob jemand besonders boden-, tier- und gewässerschonend wirtschaftet oder nicht. Er selbst bekomme für seine 25 Hektar Fläche rund 7.000 Euro Förderung im Jahr. Diese Summe sei gleich geblieben, obwohl er seit sechs Jahren sein Getreide ohne Pestizide anbaue. In seinen Feldern blühten seitdem wieder Kornblumen und Klatschmohn.

    "Die Förderung geht rein nach Fläche. Ein großer Betrieb sammelt Millionen ein, und für uns bleibt nicht viel." Landwirt Fritz Haspel

    "Saubande" als Traktorschmuck

    Nach Meinung von Fritz Haspel sollten alle Agrarsubventionen gestrichen werden. Dadurch würden zwar Lebensmittel teurer, aber er ist davon überzeugt, dass die Verbraucher das akzeptieren. Seinen Ärger macht Fritz Haspel auch durch seinen Traktor-"Schmuck" deutlich: Auf dem Kühler prangt ein Schild mit einer Gruppe Wildschweine und der Aufschrift "Wir werden die Politikersaubande das Fürchten lehren".

    "Lebensmittel sind heute so billig, dass man sie problemlos wegschmeißen kann. Das kann es doch nicht sein." Landwirt Fritz Haspel

    Am Samstag ruft ein großes Bündnis aus Landwirten, Naturschutzverbänden sowie Tier- und Verbraucherschützern zur Demonstration unter dem Motto "Wir haben Agrarindustrie satt" auf. Sie wenden sich gegen Agrarfabriken, Landraub und Artensterben durch den massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Auch aus Bayern reisen einige hundert Demonstranten an, allerdings keiner mit dem Traktor – außer Fritz Haspel aus Poppenbach.

    Mehrere zehntausend Demonstranten erwartet

    Insgesamt 50 Organisationen unterstützen den Aufruf. Im vergangenen Jahr waren mehrere zehntausend Menschen zu der Demo gekommen. Die Veranstalter sprachen von 33.000 Teilnehmern. Anlass für die jährlich stattfindende Demo ist die Grüne Woche in Berlin.

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