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Aus für Voith in Sonthofen: Politik und Gewerkschaft reagieren | BR24

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Politik und Gewerkschaft reagieren auf Aus für Voith in Sonthofen

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    Aus für Voith in Sonthofen: Politik und Gewerkschaft reagieren

    Eine Bundestagsabgeordnete lobt den erreichten Sozialtarifvertrag. Die Gewerkschaft zeigt sich mit dem erreichten Ergebnis zufrieden. Sonthofens Bürgermeister spricht von einem "herben Verlust an Wirtschaftskraft".

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    Nach der Zustimmung der Mitarbeiter von Voith am Standort Sonthofen zeigt sich die Gewerkschaft zufrieden mit dem erreichten Ergebnis. Die IG Metall, aber auch das Unternehmen seien bei den Verhandlungen an die Grenze des Machbaren gegangen, betonte Carlos Gil von der IG Metall im Allgäu.

    Weiterqualifikation in Transfergesellschaft

    Vor allem die lange Laufzeit der Transfergesellschaft, in der die Mitarbeiter weiterqualifiziert werden können, sei wichtig, so Gil. Während der vereinbarten 18 Monate bekommen die Mitarbeiter, die dann in dieser Gesellschaft beschäftigt sind, 80 Prozent ihres Gehalts. Knapp 200 Mitarbeiter können im neugegründeten Büro Allgäu weiter arbeiten. Das betrifft nach Angaben Voiths vor allem das Controlling, Produktmarketing oder den Service. Außerdem können Beschäftigte des Standorts in Sonthofen Job-Angebote an anderen Standorten annehmen. Das ist allerdings entweder mit einem Umzug oder mit langen Anfahrtszeiten verbunden, da die nächsten Standorte entweder in Baden-Württemberg oder bei München liegen.

    Sonthofens Bürgermeister bedauert endgültiges Aus

    In Sonthofen bedauert Bürgermeister Christian Wilhelm (Freie Wähler) die nun endgültig feststehende Schließung des Standorts. Die Schließung sei ein herber Verlust an Wirtschaftskraft und Arbeitnehmerbeschäftigung. "Bedauerlich finde ich nach wie vor, dass trotz der nun getroffenen Vereinbarungen so viele Mitarbeiter mit deren Familie in eine ungewisse Zukunft blicken müssen, gerade in dieser Krisenzeit!" Für ihn als Bürgermeister gehe es jetzt darum, zu prüfen, wie die Fläche des Voith-Standorts an andere Unternehmen vermittelt werden kann, damit dort nach der Schließung im Herbst bald wieder gearbeitet werde.

    Lob für Sozialtarifvertrag

    Die Bundestagsabgeordete der Linken, Susanne Ferschl, lobt den erreichten Sozialtarifvertrag. Dieser sei nur durch die große Solidarität im Arbeitskampf erreicht worden. Trotzdem sei es bitter, dass die Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren. Sie forderte, dass Subventionen für Unternehmen an Beschäftigungsgarantien geknüpft werden. "Förderungen müssen mit der Auflage verbunden werden, Arbeitsplätze zu sichern und auszubauen", sagte die Politikerin dem BR.

    Unternehmen erhielt Subventionen

    Ihre Partei hatte zuvor beim Bundeswirtschaftsministerium erfragt, ob und in welcher Höhe Voith Subventionen erhalten habe. Das Ministerium gab daraufhin bekannt, dass das Unternehmen für seine Standorte in ganz Bayern in den vergangenen zehn Jahren 3,8 Millionen Euro Fördergelder erhalten hat. Warum das Unternehmen Subventionen erhalten hat, geht aus der Antwort des Ministeriums nicht hervor.

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