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Stephaniritt in Haimpertshausen abgesagt | BR24

© BR / David Donocik

Stephaniritt in Haimpertshausen abgesagt

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Stephaniritt in Haimpertshausen abgesagt

Haimpertshofen im Kreis Pfaffenhofen streicht die Pferdesegnung beim Stephaniritt. Grund ist das Versicherungsrecht und die damit verbundene Haftungsfrage. Das sagte Haimpertshofens Pfarrer Alois Gurtner dem Bayerischen Rundfunk.

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Passiert etwas bei dem Ritt, haftet dafür nämlich der Veranstalter. In diesem Fall wäre das die Kirchenstiftung Haimpertshofen. Ein Risiko, das der zuständige Pfarrer Alois Gurtner finanziell nicht tragen möchte und kann. Für den Pfarrer der Gemeinde "zerstören die Versicherungsgesetze die bayerische Kultur".

Auch Bistum Augsburg fühlt sich nicht zuständig

Auch das der Stiftung übergeordnete Bistum Augsburg fühlt sich nicht zuständig. Auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks sagte ein Sprecher des Bistums , dass sämtliche Pfarreien rechtlich eigenständig seien. Die schwierige Haftungsfrage sei den Verantwortlichen in Haimpertshofen erst in diesem Jahr nach einem personellen Wechsel klar geworden. Daher habe man leider die Konsequenzen ziehen müssen.

Nur die Hafersegnung bleibt

Am zweiten Weihnachtsfeiertag wird Pfarrer Gurtner deshalb nur noch den Hafer segnen. Den können die Reiter dann im Stall an ihre Pferde verfüttern. Noch im vergangenen Jahr waren beim Haimpertshofener Stefaniritt gut zwei Dutzend Ross und Reiter unterwegs.

Landratsamt Pfaffenhofen hatte Hilfe angeboten

Das Landratsamt Pfaffenhofen hatte auf BR-Nachfrage der Stiftung seine Unterstützung angeboten: Es hätte sich dazu bereit erklärt, notwendige Straßensperrungen zu organisieren. Dies wurde jedoch abgelehnt. Um sich haftungsfrei zu stellen, müsste die Pfarrei jeden Reiter vor Antritt des Stefaniritt eine Erklärung unterschreiben lassen. "Das macht doch kein Reiter mit!", sagt Pfarrer Alois Gurtner.

Andere Strategien in anderen Gemeinden

Anders sieht man das in Pichl bei Manching. Mit dem Leonhardiritt findet dort im November eine vergleichbare Tradition statt, vor der jeder teilnehmende Pferdebesitzer eine Haftpflichtversicherung für sein Tier vorzeigt. Bei vielen Veranstaltungen mit Tieren im Mittelpunkt, zum Beispiel Almabtriebe, sichern sich die einzelnen Kommunen als Veranstalter über eine kommunale Haftpflichtversicherung ab. In Mörnsheim, Landkreis Eichstätt, wo der Lammauftrieb regelmäßig viele Besucher ins Dorf lockt, wird präventiv gearbeitet: So richtet die Gemeinde laut Bürgermeister Richard Mittl Parkverbotszonen ein und leitet Fahrzeuge um. Zudem weist sie die Bevölkerung lange im Voraus auf die Veranstaltung hin.