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Aus für Skisaison? - Allgäu stemmt sich gegen die Forderung | BR24

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Im Allgäu ist man entsetzt über die Forderung von Markus Söder, die Skisaison ausfallen zu lassen oder zu verkürzen. Man befürchtet eine wirtschaftliche Katastrophe.

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Aus für Skisaison? - Allgäu stemmt sich gegen die Forderung

Im Allgäu reagiert man entsetzt über den Vorstoß von Ministerpräsident Markus Söder, die Skisaison auszusetzen oder später beginnen zu lassen. Eine wirtschaftliche Katastrophe wäre das, heißt es, nicht nur für das Allgäu.

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Von
  • Andrea Trübenbacher
  • Steffen Armbruster
  • Susanne Hofmann

Auf große Kritik stößt im Allgäu die Forderung von Ministerpräsident Söder, die Skisaison ganz ausfallen oder sie erst nach den Weihnachtsferien starten zu lassen. Wilfried Tüchler, Geschäftsführer der Hörnerbahn in Bolsterlang im Oberallgäu, sagte dem BR: "Wenn wir gar nicht fahren können, ist das der Super-Gau. Da müssen wir uns die Frage stellen, wie wir das überleben können."

Späte Saison hieße Kurzarbeit

Auch ein späterer Saisonstart, zum Beispiel nach den Weihnachtsferien, hätte gravierende wirtschaftliche Folgen. Dann müssten die Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen. Das sei gerade vor Weihnachten nicht schön. Außerdem seien die Weihnachtsferien eine der umsatzstärksten Zeiten in den Skigebieten. Sollte es wirklich zum Verbot kommen, dann müsste der Staat auch für den Ausfall aufkommen.

Sorge vor Ansturm von Tagestouristen

Bedenken kommen auch von Seiten der Naturpark-Ranger der Nagelfluhkette. Sie hatten im BR-Gespräch schon Ende Oktober befürchtet, dass die kommende Wintersaison stark von Individualsportlern geprägt sein könnte. Sollte der Skibetrieb nun ganz verboten werden, könnten laut Max Löther vom Naturpark Nagelfluhkette noch mehr Ausflügler und Skitourengeher auf die Berge drängen. Das hätte erhebliche negative Folgen für die Allgäuer Berg- und Tierwelt, da dann viele Skifahrer abseits der Pisten mit Tourenski unterwegs wären.

Vorarlberg: gegen Schließung von Skigebieten

Auch die Vorarlberger Landesräte stellen sich gegen eine Schließung von Skigebieten im Winter wegen der Corona-Pandemie. Tourismus-Landesrat Christian Gantner sprach von einer völlig falschen Botschaft. Seiner Ansicht nach ist es zu früh, sich für Schließungen auszusprechen. Einen Alleingang Vorarlbergs schloss Gantner dabei aus. Eine solche Entscheidung könne nur österreichweit fallen.

Gantner ist der Meinung, dass der Tourismus in Vorarlberg im Sommer gezeigt habe, dass eine sichere Gastfreundschaft möglich sei. Es werde eine Wintersaison geben, wenn auch eine andere. Ähnlich äußerte sich Wirtschaftslandesrat Marco Tittler. Man werde den Winter sicher nicht absagen, hieß es.

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