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Aus für Segways – Deggendorfer bekam die letzten E-Scooter | BR24

© BR/Christian Riedl

Von Deggendorf aus wurden die letzten zwölf Segways ausgeliefert

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Aus für Segways – Deggendorfer bekam die letzten E-Scooter

Hollywood-Star Kevin James war im Film "Der Kaufhaus-Cop" damit unterwegs und viele Touristen düsen damit durch Innenstädte: mit Segways. Die Produktion wurde jetzt eingestellt. Ein Deggendorfer Unternehmer bekam die letzten Fahrzeuge.

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Nach 20 Jahren hat der US-amerikanische Hersteller Segway die Produktion des E-Scooters eingestellt. Einst als Technik-Revolution gefeiert, blieb das Segway ein kommerzieller Flop. Obwohl allein Reinhold Eder, Segway-Unternehmer aus Deggendorf, laut eigenen Angaben damit insgesamt rund 50 Millionen Euro Umsatz gemacht hat.

Kein moderneres Nachfolgeprodukt

In den vergangenen 20 Jahren hat Segway weltweit nur rund 140.000 Exemplare verkauft, ausgelegt war das Unternehmen auf eine Stückzahl von 100.000 pro Jahr. "Die haben es versäumt, ein Nachfolgeprodukt auf den Markt zu bringen. Also ein Fahrzeug mit einem Upgrade oder ein komplett neues, anderes Fahrzeug. Dafür fehlte es Segway immer am notwendigen Kapital, so hat man das Produkt ausbluten lassen", so Eder.

Revolution wurde zum Flop

High-Tech-Computertechnik macht es möglich, dass man elektrisch angetrieben allein mit zwei Rädern und Lenkstange unterwegs sein kann. Gestartet als Revolution war das Segway aber dann doch ein Flop - und ist nun Geschichte. Der Deggendorfer Unternehmer Reinhold Eder war 15 Jahre lang der einzige Segway-Importeur in Deutschland, zuletzt sogar in Europa.

Verkaufs-Hype zum Abschluss

Nachdem der chinesische Konzern Ninebot, der Segway zuletzt gekauft hatte, das Aus für die Segway-Produktion verkündet hatte, gab es nochmal einen wahren Run auf die Fahrzeuge, erzählt Importeur Reinhold Eder. Das Telefon habe nicht mehr stillgestanden, viele wollten noch ein Segway kaufen oder sich Ersatzteile sichern.

"Wir haben die letzten zwölf Segways bekommen, die die Produktion in Bedford (USA) verlassen haben. Die waren aber gleich verkauft." Segway-Unternehmer Reinhold Eder
© BR/Christian Riedl

Unternehmer Reinhold Eder war 15 Jahre lang der einzige Segway-Importeur in Deutschland, zuletzt sogar in Europa

Eigentümer von Segways kann Reinhold Eder beruhigen: Er werde den Service für die Fahrzeuge sicherstellen, Ersatzteile für die robusten Geräte seien noch genug auf Lager.

Vom Gefühl zu schweben

Als Unternehmer sieht Reinhold Eder das Aus des Segway gelassen. Er hat längst andere Wirtschaftsbereiche erschlossen, so dass die Jobs in seinem Unternehmen "Urban Mobility 24" erhalten bleiben. Als Fan trauert er aber um das Segway: "Die intuitive Steuerung durch Gewichtsverlagerung und das Fahrgefühl - es ist als würde man schweben."

© BR/Christian Riedl

Sie galten mal als die Zukunft des Innenstadtverkehrs und waren eine Zeit lang megahip: Gestartet als Revolution, geendet als Flop, ist das Segway seit dieser Woche Geschichte. Und Deutschlands einziger Importeur muss umsatteln ...

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