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Aus für Nestlé-Labor in Weiding trifft vor allem Frauen | BR24

© pa/dpa/Keystone/Laurent Gillieron

Kein Platz mehr im Nest: Nestlé schließt das Labor in Weiding.

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    Aus für Nestlé-Labor in Weiding trifft vor allem Frauen

    Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé schließt zum Jahresende sein Labor in Weiding im Landkreis Mühldorf. Auf einen Schlag fallen 85 Stellen weg – vor allem Frauenarbeitsplätze. Gewerkschaft und Politik suchen einen neuen Betreiber fürs Labor.

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    Seit Monaten hängt vor der Nestlé-Einfahrt im Pollinger Ortsteil Weiding an der alten B12 ein großes Banner. "85 Arbeitsplätze sterben. Danke Nestlé" steht darauf. Das Transparent ist das letzte Überbleibsel der zahlreichen Protestaktionen der Weidinger Angestellten. Sogar als Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Anfang August im nahe gelegenen Töging am Inn auf dem Volksfest sprach, haben sie protestiert.

    Nestlé einigt sich mit Gewerkschaft auf Sozialplan

    Doch nichts hat geholfen. Ende des Jahres ist Schluss in Weiding. Immerhin wurde nun in Frankfurt ein zwischen Nestlé, Betriebsrat und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ausgehandelter Sozialplan unterschrieben. "Ein außerordentlich gut ausgestatteter Sozialplan", sagt Ralf Hengels, Personalvorstand von Nestlé Deutschland. Der Plan enthält unter anderem hohe Abfindungen und Ausgleichszahlungen für Angestellte, die frühzeitig in Rente gehen.

    Gewerkschaft: Sozialplan ersetzt nicht Arbeitsplätze

    "So gut der Sozialplan ist, er ersetzt nicht die Arbeitsplätze und ändert nichts an dem skandalösen Vorgehen und nur gewinnorientierten Verhalten Nestlés", sagte Georg Schneider, der Vorsitzende der NGG Region Rosenheim-Oberbayern, dem BR. Auch Günther Knoblauch, der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete des Landkreises Mühldorf, versuchte bis zuletzt, die Entlassungen zu verhindern.

    Ex-Landtagsabgeordneter hofft, neuen Betreiber zu finden

    Knoblauch ist im Moment in Gesprächen mit Nestlé und einem in Mühldorf ansässigen Labor, um das Labor eventuell weiter zu nutzen. Mit einem neuen, in der Region verorteten Labor könne man die Expertise der ehemaligen Nestlé-Angestellten weiter nutzen und dort zum Beispiel Milch, Getreide oder Fleisch untersuchen lassen. Die Lebensmittelerzeuger aus der Region müssten dann ihre Proben nicht an weit entfernte Labors schicken.

    Die Schweizer wollen die Analyse der Lebensmittel, die bis jetzt in Weiding erfolgte, in andere deutsche Städte oder ins Ausland verlagern. Der Konzern will in den deutschen Werken die Kosten senken. Mit den Jobs in Weiding fallen deutschlandweit 380 Stellen weg.