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Aus für "kleinen Grenzverkehr" wegen hoher Corona-Zahlen | BR24

© BR/Renate Roßberger

Einkaufstourismus im Grenzland zu Tschechien wird es wegen Corona in nächster Zeit nicht mehr geben. Der "kleine Grenzverkehr" wird ausgesetzt.

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Aus für "kleinen Grenzverkehr" wegen hoher Corona-Zahlen

Die schnelle Spritztour zum Tanken oder Einkaufen nach Österreich oder Tschechien - das soll es nach dem Willen der Staatsregierung die nächste Zeit wegen Corona nicht geben: Der "kleine Grenzverkehr" soll ausgesetzt werden - mit spürbaren Folgen.

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Von
  • Renate Roßberger

Tank- und Einkaufstouristen im bayerischen Grenzland dürfen voraussichtlich ab Mittwoch nicht mehr nach Österreich und Tschechien fahren. Außerdem dürfen umgekehrt Österreicher und Tschechen nicht mehr nach Bayern zum Einkaufen.

Der Grund: Der sogenannte "kleine Grenzverkehr" soll in Bayern ausgesetzt werden. Das ist einer der Punkte in den neuen Corona-Bestimmungen, die heute auf Initiative der Staatsregierung im Landtag beschlossen werden sollen.

Frage nach Kontrollen und möglichen Strafen noch nicht geklärt

Es stehen aber noch Fragen im Raum: Wer die Einhaltung der Regeln kontrollieren wird, dafür gibt es noch keine offiziellen Anweisungen. Das Polizeipräsidium Niederbayern stellt sich aber schon darauf ein, dass diese Kontrollen "im Rahmen der normalen Tätigkeit" - zum Beispiel bei Streifenfahrten - durch die Polizei und die Schleierfahnder der Grenzpolizei in den Grenzlandkreisen erledigt werden, ähnlich wie jetzt schon Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen kontrolliert werden, hieß es von der Pressestelle des Präsidiums.

Einen Bußgeldkatalog für Verstöße gibt es noch nicht. Es wird aber erwartet, dass er ausgearbeitet wird, sobald die politische Entscheidung gefallen ist. Wer trotz Auflagen Einkaufstouren unternimmt, müsste auf jeden Fall danach zehn Tage in Quarantäne oder einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen.

Grenzübertritte auch in Corona-Zeiten

Der Tank-und Einkaufstourismus hat trotz Corona in den Grenzregionen schon immer eine Rolle gespielt. "Wir hatten fast täglich Anfragen", heißt es zum Beispiel bei der Further Grenzpolizei, "ob man noch zum Tanken und Zigarettenkaufen rüberfahren darf oder nicht." Allerdings war die Lage in Tschechien wechselhaft: Zwischendurch waren diese Fahrten von der tschechischen Seite aus verboten, vergangene Woche wurden sie überraschenderweise wieder erlaubt. Auch die tschechische Gastronomie durfte wieder öffnen und es kamen auch deutsche Kunden. All das wird jetzt aber wieder unterbunden.

Der Chamer Landrat Franz Löffler (CSU) hatte schon länger appelliert, auf Einkaufstouren zu verzichten. Er begrüßt die künftige Regelung an den Grenzübergängen, heißt es von seiner Pressestelle. "Einkaufen und Tanken kann man auch im eigenen Land", so Löffler, "das gehört sicher nicht zu den dringenden Besorgungen."

Geschäfte werden Ausbleiben von ausländischen Kunden bemerken

Die ostbayerische Geschäftswelt wird es auf jeden Fall spüren, wenn die tschechischen oder - etwa im Raum Passau - die österreichischen Kunden fehlen. Traditionell kaufen sie vor allem in den Supermärkten, in Baumärkten, in Modegeschäften, im Möbel- und Elektrohandel ein.

Bei der Unternehmensgruppe Frey, die sieben ostbayerische Standorte für Möbel und Mode hat, heißt es jedoch, dass die tschechischen Kunden schon in den vergangenen Monaten spürbar weniger geworden sind. "Es war sehr übersichtlich", sagte der Unternehmensleiter der Frey-Gruppe, Helmut Hagner, dem BR. Kein Vergleich mehr zu früheren Jahren. Vor Corona hatte Frey in Cham fünf bis sechs Prozent tschechische Kunden, der Standort Marktredwitz sogar zehn bis zwölf Prozent. Damit war Marktredwitz der Standort mit den meisten tschechischen Kunden.

In diesem Jahr seien die Zahlen deutlich zurückgegangen. Frey habe aber durch den Lockdown light im November und Dezember insgesamt 40 bis 50 Prozent weniger Kunden. Dabei fielen die Tschechen kaum noch ins Gewicht.

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