BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Ab Mittwoch gilt in Bayern eine Ausgangs- sperre zwischen 21 und 5 Uhr. Deshalb müssen auch die Christmetten am späten Heiligabend ausfallen oder macht die Staatsregierung eine Ausnahme?

7
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Aus für Christmette: Regensburger Bischof hofft weiterhin

Söder bleibt dabei: Abendliche Ausgangsbeschränkungen gelten auch an Weihnachten. Damit fallen in diesem Jahr auch die traditionellen Christmetten aus. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer reagiert darauf mit Unverständnis.

7
Per Mail sharen
Von
  • Zara Kroiß
  • Meike Föckersperger

Ministerpräsident Markus Söder geht nicht auf die Bitte der katholischen Bischöfe und Erzbischöfe in Bayern ein. "Es wird keine Sonderregelungen geben für Familien und auch nicht für Kirchen.", sagte Söder am Dienstag in seiner Regierungserklärung im bayerischen Landtag. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer reagiert auf die Ansage mit Unverständnis und hofft weiterhin auf eine Ausnahmeregelung.

Bischof: Gottesdienst-Entzerrung würde Ansteckungsrisiko verringern

Auf BR-Anfrage entgegnete Voderholzer am Dienstagabend, dass gerade eine Entzerrung der Gottesdienste in die Nacht hinein das Ansteckungsrisiko verringern würde. Er hofft deshalb weiterhin darauf, dass die traditionelle abendliche Christmette um 22.00 Uhr an Heilig Abend stattfinden kann: "Ich hoffe, dass wir Gehör in der Regierung finden, auch im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die schon viel investiert haben."

Voderholzer: "Die Leute brauchen in dieser Zeit genau das."

Zuvor führte der Regensburger Bischof in einer Ansprache vor Mitarbeitern aus, die Bischöfe hätten angeboten, alle Vorkehrungen zu treffen, dass die Erlaubnis nicht unterlaufen würde. So könnten fälschungssichere Bescheinigungen (namentlich ausgestellt und mit Siegel des jeweiligen Pfarramts versehen) ausgehändigt werden.

Voderholzer bittet die Staatsregierung, dem Bistum eine verantwortbare Ausnahme für Heilig Abend zu genehmigen. Die Messe gehöre in die Nacht und man tue alles, um mit Hilfe von Hygienekonzepten die Gottesdienstbesucher zu schützen. "Die Feier in der heiligen Kirche ist ja nicht nur Gotteslob, sondern stärkt die Menschen im Glauben und der Zuversicht und die Leute brauche in diesen Zeiten genau das.“, so Voderholzer weiter.

"Mir bricht es jetzt schon das Herz, mir vorzustellen, dass die Domspatzen an Weihnachten nicht singen können.“ Bischof Rudolf Voderholzer

Im Oktober noch Lob für Staatsregierung

Im Oktober hatte Voderholzer in einem Brief Söder und allen politischen Entscheidungsträgern seine Anerkennung für ihr Handeln in der Krise ausgesprochen. Damals sicherte er ihm auch ein "Höchstmaß an Verantwortung und Solidarität der Kirchen" zu.

Am Montag-Vormittag hatten die katholischen Bischöfe und Erzbischöfe in Bayern gemeinsam gefordert, für die Christmette, die traditionell nach 21 Uhr beginnt, eine Ausnahme zu machen. Die Christmette in Bayern gehört zu den wichtigsten Gottesdiensten des Jahres.

© BR/Meike Föckersperger
Bildrechte: BR/Meike Föckersperger

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hofft trotz Christmetten-Absage auf ein Stattfinden an Weihnachten.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!