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Aus durch Corona? Schweinfurter Stadttheater in der Krise | BR24

© Wolfram Hanke/BR-Mainfranken

Nach der Zwangspause durch das Coronavirus feierte das Schweifurter Stadttheater mit der Physical-Comedy-Show "Leo " den Neustart - wegen des Hygienekonzepts mit nur 200 statt 750 Zuschauern. Eine Theatersanierung ist nötig, aber ist Geld dafür da?

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Aus durch Corona? Schweinfurter Stadttheater in der Krise

Nach der Zwangspause durch das Coronavirus feierte das Schweifurter Stadttheater mit der Physical-Comedy-Show "Leo " den Neustart – wegen des Hygienekonzepts mit nur 200 statt 750 Zuschauern. Eine Theatersanierung ist nötig, aber ist Geld dafür da?

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Freud und Leid liegen aktuell am Schweinfurter Stadttheater eng beieinander. Das Theater feierte gerade nach mehr als sechs Monaten Zwangspause durch das Coronavirus den Neustart mit der Physical-Comedy-Show "Leo". Statt wie üblich 750 dürfen aktuell nur maximal 200 Besucher kommen. Das Hygienekonzept schreibt es vor. Corona sorgt bei den Verantwortlichen im Schweinfurter Theater aber noch für weitere Sorgenfalten. Das Haus könnte nämlich durch die Pandemie im kommenden Jahr sogar ganz geschlossen werden.

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Sanierungskosten auf 40 Millionen Euro geschätzt

Grund dafür ist die Generalsanierung, die dringend notwendig und seit drei Jahren geplant ist. Es bröckelt an allen Ecken und Enden, berichtet Theaterleiter Christian Federolf-Kreppel. Das Dach ist undicht, die Bühnentechnik völlig veraltet, es fehlen wichtige Sozialräume fürs Personal, die der Gesetzgeber vorschreibt. Alle Mauern und Decken müssen überprüft und der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht werden. Kostenpunkt alles in allem 40 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern hat eine Förderung in Aussicht gestellt, aber es bleibt eine hohe Geldsumme für die Stadt Schweinfurt übrig, die das Haus seit den Sechzigern betreibt.

Stadt Schweinfurt steht weniger Geld zur Verfügung

Die Haushaltslage der Stadt Schweinfurt ist angespannt, denn die Gewerbesteuereinnahmen sind durch die Krise in der Automobilindustrie eingebrochen. Außerdem steht die Theatersanierung in Konkurrenz mit anderen Großprojekten wie der Sanierung der Maxbrücke, dem neuen Parkhaus für das Leopoldina-Krankenhaus oder der geplanten Landesgartenschau. Die Stadtverwaltung hat daher angekündigt, alle Investitionen auf den Prüfstand zu stellen.

Ohne Sanierung keine weitere Betriebserlaubnis für das Theater

Entscheidet sich der Stadtrat gegen die Sanierung des Theaters, gehen dort im Frühjahr 2022 die Lichter aus. Denn dann verliert das Haus seine Betriebserlaubnis, sagt Christian Federolf-Kreppel. Daran hat der TÜV keinen Zweifel gelassen. Viele notwendige Reparaturen wurden schon seit Jahren aufgeschoben, eine Generalsanierung gab es in dem 1966 eröffneten Haus noch nie. Nur eine punktuelle Asbest-Sanierung im Foyer vor 20 Jahren.

Für das Schweinfurter Publikum wäre der Verlust ihres Theaters ein herber Schlag. Die Entscheidung über die Zukunft des Schweinfurter Theaters fällt in der zweiten Novemberhälfte. Dann berät Stadtrat über den Haushalt für das kommende Jahr.

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