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Online-Auktion im Nürnberger Auktionshaus Weidler

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Mitbieten vor dem Computer: Auktionshäuser im Corona-Boom

Die Pandemie hat auf dem Kunst- und Auktionsmarkt einen enormen Boom ausgelöst. Bilder, Weine, Antiquitäten und Designer-Schmuck erzielen online hohe Preise. Viele Auktionshäuser verzeichneten 2020 deshalb Rekordergebnisse.

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Von
  • Susanne Nüsslein

Trotz der Corona-Krise haben das Münchner Auktionshaus Ketterer und das Nürnberger Auktionshaus Weidler außergewöhnlich gute Umsätze erzielt – häufig gab es eine Wertsteigerung von mehr als 50 Prozent. Auch der Münchner Auktionator Robert Ketterer blickt zufrieden auf 2020 zurück. Mit rund 60 Millionen Euro lag sein Jahresumsatz ähnlich hoch wie im Jahr zuvor.

Kunst als krisensichere Sachwerte: Preise für Meisterwerke explodieren

Sammler investieren in diesen unsicheren Zeiten in die Kunst berühmter Maler. Beim Auktionshaus Ketterer erzielte das Bild "Christiane und Kerstin" von Gerhard Richter mehr als 2,6 Millionen Euro. Das Anfangsgebot der Online-Versteigerung lag bei 600.000 Euro. Das Nürnberger Auktionshaus Weidler versteigerte ein Aquarell von Emil Nolde im November vergangenen Jahres für 46.000 Euro.

Die Flucht in krisensichere Sachwerte ist nur einer der Gründe für den Boom der Auktionshäuser. Waren es früher einige wenige Hundert Kunden im Auktionssaal, sitzen heute tausende vor dem Computer und steigern mit. Im vergangenen Jahr verkauften die Auktionshäuser 95 Prozent der angebotenen Objekte, die zum doppelten Preis versteigert wurden. "Der Boom ist auch auf die fehlenden internationalen Kunstmessen zurückzuführen. Wenn dieser Markt fehlt, konzentriert sich alles auf Kunstauktionen", sagt der Münchner Auktionator Robert Ketterer.

Den Kunden fehlt die Spannung im Auktionshaus

Gerade im Online-Bereich lässt sich das gut erkennen. Tausende Menschen können von zuhause per Knopfdruck bequem mitbieten. Da verzeichnen die bayerischen Aktionshäuser auch Gebote jenseits der Million. Bilder von Ernst Ludwig Kirchner verkaufen sich gut, ebenso wie die von Ludwig Richter und Hermann Nitsch. "Vor allem die Kunst des 20. Jahrhunderts zieht. Die ganz großen Namen, die sogenannten Bluechip-Künstler, die in allen Museen hängen, sind gefragt", beobachtet Ketterer.

Auch wenn die Online-Auktionen vorerst bleiben, planen die Auktionshäuser in Nürnberg und München bereits wieder Präsenzauktionen im Frühsommer. Denn was alle Auktionatoren im Gespräch mit Kunden merken: Die Sehnsucht ist da. Die Sehnsucht nach der Spannung im Auktionssaal!

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Das Nürnberger Auktionshaus Weidler verzeichnet einen regelrechten Geschäftsboom. Dank Online-Auktionen steigt der Umsatz seit einem Jahr.

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