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Augsburger Zoo: Wie Tiere im Lockdown bei Laune gehalten werden | BR24

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Bildrechte: BR/Leinfelder

Im Lockdown ist auch der Augsburger Tierpark geschlossen. Keine Besucher weit und breit - das spüren die Tiere. Und jetzt sind die Pfleger besonders gefragt - sie müssen die Tiere nicht füttern, sondern auch beschäftigen.

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Augsburger Zoo: Wie Tiere im Lockdown bei Laune gehalten werden

Tief verschneit ist der Augsburger Zoo derzeit. Aber: Wegen des Lockdowns müssen Besucher derzeit draußen bleiben. Das merken auch die Tiere – ihnen fehlt die Abwechslung. Um sie zu beschäftigen, setzen die Pfleger auf kreative Lösungen.

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Von
  • Barbara Leinfelder
  • Werner Bader

Kampf gegen die Langeweile im Lockdown: Um die beiden Sumatra-Tiger bei Laune zu halten, werden beispielsweise kleine Fleischstückchen in Papprollen versteckt. Eine andere Idee ist es, die Raubkatzen mit Duftspuren auf Trab zu bringen. "Das kann etwas Zimt sein, oder ein einfaches Deo, je stärker es stinkt, umso besser", sagt Zookurator Markus Domanegg.

Besonders interessant finden die Tiger den Mist von Kühen oder anderen Huftieren. Wenn der im Freigehege ausgebracht wird, dann beschäftigen sich die Tiere intensiv damit, weil damit die Suche nach Beutetieren verbunden ist. "Sie verteilen ihn, wälzen sich drin. Es gibt eine Riesensauerei, aber die Tiger haben ihren Spaß damit".

Futtersuche soll Abwechslung bringen

Im Wasserbecken nebenan ziehen die Seebären ihre Runden, eine Robbenart. Sie sind immer hungrig, sagt Kurator Domanegg, jetzt im Winter haben sie einen besonders hohen Energiebedarf und großen Fisch-Appetit. Die Pfleger nutzen das aus und trainieren Kunststücke mit ihnen, setzen Holzstücke zum Spielen ins Becken oder verändern den Wasserstand, das finden die Tiere spannend.

Bei kleinen Affen werden Insekten oder Beeren in angebohrte Holzpflöcke gesteckt, die müssen sich die Affen dann herauspulen – das ist für mehrere Stunden eine Beschäftigung. Das Futter für die Rentiere wird in großen Kübeln mit Schnee vermischt, so kommen sie nur ganz langsam an Heu und Möhren. Elefantenkuh Frosja schiebt im Freigelände gern einen Bulldog-Reifen hin und her, der an einer Kette aufgehängt ist oder tritt mit dem Hinterfuß gezielt dagegen.

Schnee und Winterwunderland im Zoo – nur keine Besucher

Immerhin gehen die Elefanten trotz Kälte gern raus, wie auch die Nashörner. Echte "Frostbeulen" dagegen sind Kattas. Sie halten von der Kälte gar nichts und müssen "regelrecht rausgeschmissen werden, wenn die Pflegerin den Stall saubermacht, und dann warten sie vor der Tür, bis sie wieder rein dürfen", so Markus Domnagg.

Kontakt zu den Zoofans halten – trotz Lockdown

Damit die Zoofans mitbekommen, was sich so tut in den Gehegen, setzt der Zoo zunehmend auf Social Media. Die Tierpfleger, die ohnehin am nächsten dran sind an den Tieren, machen kurze Videos, die dann ins Netz gestellt werden. Die werden bereits fleißig geklickt, so Zoochefin Barbara Jantschke.

Sie hofft, dass der Zoo bald wieder öffnen kann. Denn der Tierpark hat wegen der Coronaschließung rund 1,5 Mio Euro weniger an Eintrittsgeldern zu verzeichnen. Einige Projekte, wie der geplante Umbau der Sozialräume für die Mitarbeiter, mussten daher bis auf weiteres gestoppt werden. Futter- und Lohnkosten laufen indes weiter.

Run auf Patenschaften

Umso mehr freut die Augsburger Zoodirektorin, dass viele Zoofreunde Tierpatenschaften übernehmen oder Geld spenden. "Da bin ich sehr dankbar, dass sich die Patenschaften verdoppelt haben", betont Jantschke. Der Rückhalt der Bevölkerung sei unglaublich. "Man merkt, dass der Zoo einen großen Stand hat in Augsburg und auch im Umland".

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