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Augsburger Stolpersteine erinnern an Krankenmorde | BR24

© BR/Thomas Pösl

In Augsburg wurden acht neue Stolpersteinen in Erinnerung an die Ermordeten der NS-Zeit verlegt.

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    Augsburger Stolpersteine erinnern an Krankenmorde

    Stolpersteine. Mit ihrer Hilfe soll die Erinnerung an Opfer des NS-Regimes wach gehalten werden. In Augsburg sind jetzt acht neue Steine verlegt worden. Damit wird zum ersten Mal auch an die Opfer der sogenannten Krankenmorde erinnert.

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    Schon zum fünften Mal werden Stolpersteine in Augsburg verlegt. Diesmal sind die acht Steine einem Zeugen Jehovas gewidmet und einem Mann, der wegen seiner sexuellen Orientierung verfolgt und ermordet wurde, sowie den Opfern der sogenannten Krankenmorde. Dabei wurden Menschen gezielt getötet, die krank oder behindert waren.

    Dezentrale Denkmäler

    Ein Stein erinnert an Georg Halder, einen Zeugen Jehovas. Der Familienvater versuchte anfangs, seinen Glauben im Untergrund zu leben. Dennoch kam er in Haft. Die Nazis ermordeten ihn im April 1944. Zeugen Jehovas verweigerten aus religiösen Gründen Kriegsdienst und Hitlergruß. Ein anderer Stolpersteinist Johann Holzheu gewidmet, den die Nazis wegen seiner sexuellen Orientierung verfolgten. Holzheu wurde im Konzentrationslager Dachau gefangen gehalten und starb dort bereits 1939 - mit 44 Jahren.

    33 Stolpersteine für die Stadt

    Die Initiative „Stolpersteine für Augsburg und Umgebung“ hat dazu den Künstler Gunter Demnig in die Stadt eingeladen. Auf ihn geht das europaweite Erinnerungsprojekt zurück. Demnigs Stolpersteine haben die Form einer kleinen Gedenktafel aus Messing. Sie werden vor dem ehemaligen Wohnhaus des NS-Opfers in den Bürgersteig eingelassen. In Augsburg wurden von 33 geplanten bisher 20 Steine verlegt. Bundesweit gibt es sie nach Angaben der Initiatoren in mehr als 1.200 Städten und Gemeinden.