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Augsburger Prostituiertenmord: Urteil wird angefochten | BR24

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Das Landgericht Augsburg war Schauplatz für einen Mordprozess, bei dem die Tat über 25 Jahre zurück liegt.

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    Augsburger Prostituiertenmord: Urteil wird angefochten

    Lebenslange Haft nach einem Indizienprozess: Im April war ein 50-jähriger Augsburger für den Mord an einer Prostituierten verurteilt worden – ein Mord aus dem Jahr 1993. Die Verteidigung zweifelt an und legt jetzt Revision ein.

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    Unbekannte Sperma-Spuren, Zweifel an der Zeugen-Erinnerung und Habgier als falsches Motiv: Die Verteidigung des verurteilten Mörders zweifelt die Spurenlage im Augsburger Prostituiertenmord-Prozess an – und hat jetzt Revision eingelegt, wie Anwalt Klaus Rödl heute dem BR mitteilte.

    Ein Mord vor über 25 Jahren

    Rödl hatte bereits kurz nach dem Urteil des Landgerichts angekündigt, Rechtsmittel einlegen zu wollen. Jetzt hat der Verteidiger Revision eingelegt. Er halte das Urteil gegen den 50-jährigen Augsburger für wenig überzeugend:

    „Gerade die Spurenlage, etwa auch das Sperma eines bislang unbekannten Dritten (…), die sich das Gericht nicht erklären konnte, hätten nach meinem Dafürhalten bereits Zweifel an der Täterschaft meines Mandanten begründet, die letztendlich zu einem Freispruch hätten führen müssen.“ Verteidiger Klaus Rödl.

    DNA des Verurteilten am linken Schuh

    Die DNA-Spuren des Mannes an der Sohle des linken Sockens am linken beschuhten Fuß, welcher als ein Hauptindiz dafür gewertet wurde, dass der 50-Jährige der Täter war, seien für den Verteidiger wenig aussagekräftig: "Sie sprechen nach meiner Auffassung gerade dafür, dass er nicht der letzte Freier war, den das Gericht für den Täter hält“.

    Zweifelhaftes Motiv?

    Nicht nachvollziehbar sei nach Ansicht des Anwalts auch die Aussage eines Mannes, der nach 25 Jahren den bei der Tat verwendeten Möbelfuß in der Zeitung wiedererkannt habe. Völlig unklar sei für die Verteidigung außerdem, warum das Gericht letztlich davon ausging, dass der Verurteilte Geld gesucht haben soll. In dem Prozess habe das Gericht Habgier als Motiv ausgeschlossen, aufgrund der Vermögensverhältnisse des Mannes, und stattdessen Heimtücke als Beweggrund gesehen. Der verurteilte 50-jährige Augsburger hatte während des ganzen Verfahrens zu den Vorwürfen geschwiegen.