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Augsburger Pflegeskandal: SPD und Grüne fordern Konsequenzen | BR24

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Im Alten- und Pflegeheim am Schäfflerbach in Augsburg sollen Bewohner auf schlimmste Art vernachlässigt worden sein. Angehörige erheben schwere Vorwürfe gegen den Betreiber, den französischen Pflegekonzern Korian. Er hat in Bayern bereits 48 Heime.

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Augsburger Pflegeskandal: SPD und Grüne fordern Konsequenzen

Kotverschmierte Toilettensitze, Blutflecken auf dem Boden - BR-Recherchen haben die Zustände in einem Augsburger Pflegeheim ans Licht gebracht. Die Landtags-Opposition ist entsetzt über den Pflegeskandal. Sie fordert Gesetzesänderungen.

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"Die Missstände im Pflegeheim in Augsburg müssen schnellstmöglich aufgeklärt und beseitigt werden", fordert Andreas Krahl, pflegepolitischer Sprecher der Landtags-Grünen. Nach seinen Worten braucht es genügend ausgebildetes Personal in den Pflegeheimen.

Grüne fordern mehr Pflegepersonal

Krahl spricht sich dafür aus, den Personalschlüssel an den individuellen Pflegebedarf im jeweiligen Heim anzupassen: "Wir müssen hier gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, damit solche Situationen wie im Augsburger Pflegeheim nicht wieder passieren."

SPD will nach Pflegeskandal mehr Rechte für Hinweisgeber

Auch die SPD im Landtag fordert Konsequenzen aus dem Augsburger Pflegeskandal. Die Sozialdemokraten haben vor allem Whistleblower im Blick - also Leute, die die Öffentlichkeit über Missstände in ihrem Betrieb informieren. Das macht Ruth Waldmann deutlich, die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Pflegepersonal und Angehörige befürchten Nachteile

Die Politikerin spricht von "unfassbaren Hygieneverstößen" in dem Augsburger Heim. "Solche Missstände können oft nur ans Licht kommen, wenn das Pflegepersonal oder betroffene Angehörige sie anzeigen." Das sei jedoch mit Risiken verbunden: Angehörige fürchteten um die Heimplätze ihrer Verwandten. Pflegerinnen und Pfleger hätten Angst davor, Probleme mit dem Arbeitgeber zu bekommen.

Ist mehr Schutz für Whistleblower nötig?

Ruth Waldmann will deshalb für die Zukunft ausschließen, dass Whistleblower durch Arbeitgeber benachteiligt werden. Hinweisgeber sollen ihrer Ansicht nach das Recht erhalten, sich an betriebsinterne oder externe Stellen zu wenden. Außerdem sollen Whistleblowern der SPD-Politikerin zufolge ein Recht auf Schadenersatz bekommen - für den Fall, dass sie nach einer Veröffentlichung von Missständen doch benachteiligt werden.

BR-Recherchen decken die Missstände auf

Auch das bayerische Gesundheitsministerium hat inzwischen auf den Pflegeskandal reagiert. In einer Mitteilung heißt es: "Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass sie oder ihre Angehörigen bei Pflegebedarf gut behandelt und betreut werden." Deshalb nehme die Staatsregierung "Hinweise auf mögliche Missstände in Pflegeheimen sehr ernst". Das gelte auch im Fall des Pflegeheims am Schäfflerbach in Augsburg.

Dramatische Zustände in Augsburger Pflegeheim

Damit reagiert die Politik auf BR-Recherchen, wonach in einem Augsburger Pflegeheim zum Teil dramatische Zustände herrschten. Angehörige von Bewohnern berichteten dem BR-Studio Schwaben von schweren Missständen. Bewohner seien verwahrlost und bekämen zu wenig zu essen. Toilettensitze seien mit Kot verschmiert, auf dem Boden fände man Blutflecken, und es gebe zu wenig Personal.

Der Heimbetreiber hat sich inzwischen entschuldigt und Besserung gelobt.

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Kotverschmierte Toilettensitze, Blutflecken auf dem Boden - BR-Recherchen haben die Zustände in einem schwäbischen Pflegeheim ans Licht gebracht. Die Landtags-Opposition fordert Gesetzesänderungen.