BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Augsburger Nahverkehr wird teurer - und die Kritik am AVV größer | BR24

© BR/Thomas Pösl

In Augsburg wurden zum 1. Juli die Preise im ÖPNV erhöht. Fünf Prozent mehr sollen die Kunden nun zahlen. Doch nicht alle in der Stadt sind dafür.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Augsburger Nahverkehr wird teurer - und die Kritik am AVV größer

Ein halbes Jahr später als geplant kommt sie nun ab heute doch: Die Preiserhöhung für den öffentlichen Nahverkehr in Augsburg. Am Zeitpunkt gibt's Kritik.

2
Per Mail sharen

Der Augsburger Verkehrsverbund (AVV) erhöht seine Tarife jedes Jahr. Einzelfahrscheine, Streifenkarten und Jahresabos werden dann teurer - aber noch nie war die Preissteigerung so groß, wie heuer: Fünf Prozent müssen Fahrgäste ab heute mehr bezahlen.

Das kosten ÖPNV Tickets ab 1. Juli

  • Kurzstrecke: 1,60 Euro (+ 10 Cent)
  • Monatsabo: 55 Euro (+ 2,50 Euro)
  • Streifenkarte: 11,90 Euro (+ 60 Cent)

AVV: Höhere Kosten für Personal und Energie

Die Tariferhöhung begründet der AVV, der Augsburger Verkehrsverbund, mit den steigenden Personal- und Energiekosten. Die neuen Tarife gelten für Bus- und Bahnfahrer in Stadt und Landkreis Augsburg und in den Landkreisen Aichach-Friedberg und Dillingen.

Kritik: Wo bleibt die Mehrwertsteuersenkung?

Für Kritiker wie ProBahn kommt die Fahrpreiserhöhung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Ginge es nach dem Fahrgastverband, sollte eher die Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weitergegeben werden. Ohnehin hätten die zuletzt nur ein ausgedünntes Angebot zur Verfügung gehabt.

Teurer ÖPNV ist schlecht fürs Klima

Kritik kommt auch von der Politik. Die Opposition hatte sich sogar auf Landtagsebene eingeschaltet:

"Das ist Gift für das System!" Harald Güller, SPD-Landtagsabgeordneter aus Augsburg.

Auch von der Oppositionsbank im Augsburger Stadtrat kommt deutliche Kritik: "Gerade Menschen, die aufgrund ihres geringen Einkommens auf Bus und Bahn angewiesen sind, werden unangemessen belastet", sagte LINKE-Stadtrat Frederik Hintermayr. Es sei angesichts der zunehmenden Luftverschmutzung in Innenstädten "zynisch", dafür zu sorgen, dass öffentliche Verkehrsmittel teurer und damit unattraktiver werden.

Preiserhöhung kommt ein halbes Jahr später

Die Preiserhöhung sollte ursprünglich schon zum 1. Januar erfolgen. Weil an diesem Tag aber die kostenlose Cityzone rund um den Königsplatz eingeführt wurde, hatte sich der Augsburger Verkehrsverbund entschieden, die jährliche Tariferhöhung auf den 1. Juli zu schieben.

© BR

Wer im Raum Augsburg auf den ÖPNV angewiesen ist, muss ab heute tiefer in die Tasche greifen. Der Augsburger Verkehrsverbund erhöht seine Preise. Das stößt nicht überall auf Verständnis.