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Seit einem halben Jahr gibt es das Klimacamp Augsburg. Es weist darauf hin, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens mit den beschlossenen Maßnahmen nicht zu erreichen sind. Kritisiert wird vor allem, dass der Kohleausstieg erst für 2038 geplant ist

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Augsburger Klimacamp will Druck auf Politik erhöhen

Seit einem halben Jahr besteht das Augsburger Klimacamp. Doch die Aktivisten sind unzufrieden, sie fühlen sich von der Politik ignoriert. Darum eröffnen sie auf dem Rathausplatz ein temporäres "Sprösslingscamp", das zusätzlichen Druck ausüben soll.

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Von
  • Veronika Scheidl

Das Motto der Klimaschutz-Aktivisten ist: "Wir campen, bis ihr handelt". Seit einem halben Jahr schon harren junge Menschen in abwechselnden Schichten neben dem Augsburger Rathaus auf dem Fischmarkt aus. Sie protestieren für den Klimaschutz und fordern die Stadt Augsburg auf, ihren Beitrag dazu zu leisten, das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten.

Es knirschte immer wieder zwischen den Aktivisten und der Stadt Augsburg. Die Stadt hatte versucht, auch auf juristischem Wege, das Camp räumen zu lassen – aber ohne Erfolg. Und die Aktivisten fühlen sich von der Politik unerwünscht und ignoriert, was ihre Forderungen nach mehr Umwelt- und Klimaschutz angeht.

Klimacamp will mit "Sprösslingscamps" Druck erhöhen

Ein neuer Bestandteil des Protests sollen deswegen künftig die "Sprösslingscamps" sein, sagt Linda Ruchti, eine 20 Jahre alte Aktivistin vom Klimacamp Augsburg. Diese Camps seien zeitlich befristete Aktionen, die an verschiedenen Orten in Augsburg installiert werden sollen und mit denen man zusätzlichen Druck auf die Politik ausüben wolle. "Wir wollen noch mehr Aufmerksamkeit erregen und die Bürger über den Klimaschutz informieren", sagt Studentin Ruchti.

"Sprösslingscamp" auf dem Rathausplatz

Das erste Sprösslingscamp eröffnen die Aktivisten am Samstag auf dem Augsburger Rathausplatz. Es soll ein behördlich genehmigter Info-Stand aufgebaut werden, der nur für ein paar Tage stehen bleibt. "Der Themenschwerpunkt des ersten Sprösslingscamps liegt auf Waldsterben und Waldschutz", erklärt Aktivistin Ruchti.

Aktivisten setzen sich für regionale Wälder ein

Fokussieren wollen sich die Aktivisten auch auf regionale Wälder: So sei der Lohwald, ein Bannwald bei Meitingen im Landkreis Augsburg, wegen der Ausbaupläne der Lechstahlwerke in Gefahr, er soll gerodet werden.

Und auch die Osttangente soll thematisiert werden: Hier befürchten Naturschützer und die Klimacamp-Aktivisten, dass mit dem Straßenbau im Osten Augsburgs das Lechtal-Schutzgebiet in Teilen zerstört wird.

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