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Bildrechte: BR / Tom Pösl

Historische Villen prägen Augsburger Stadtteile wie das Bismarck- oder das Thelottviertel. Das soll auch so bleiben - finden die Anwohner. Sie machen mobil gegen den drohenden Abriss einiger Gebäude. Eine Lösung könnte eine Erhaltungssatzung sein.

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Augsburger in Sorge wegen drohendem Abriss historischer Gebäude

Historische Villen prägen Augsburger Stadtteile wie das Bismarck- oder das Thelottviertel. Das soll auch so bleiben – finden die Anwohner. Sie machen mobil gegen den drohenden Abriss einiger Gebäude. Eine Lösung könnte eine Erhaltungssatzung sein.

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Von
  • Thomas Pösl
  • Johanna Kempter

Augsburgs Stadtbild verändert sich angesichts der angespannten Immobiliensituation. Die Bürgerinnnen und Bürger versetzt das zunehmend in Sorge. So stehen derzeit zwei Gebäude möglicherweise vor dem Abriss: eines in der Perzheimstraße im Thelottviertel, das andere in der Hochfeldstraße im Bismarckviertel. Die Häuser sind über hundert Jahre alt und prägen durch ihre charakteristische Architektur die Viertel. Denkmalgeschützt sind sie aber nicht. Deswegen befürchten Anwohner, dass die leerstehenden Objekte bald Platz für moderne Neubauten machen müssen.

Angst vor dem Abriss

Es gehe darum, den Charakter des Viertels zu bewahren, sagt Werner Petrak. Er sorgt sich um "sein" Bismarckviertel. Seit 42 Jahren wohnt er nach eigener Aussage gegenüber der leerstehenden Diesel-Villa in der Hochfeldstraße. Ein Vetter des berühmten Ingenieurs Rudolf Diesel hatte sie 1902 erbaut.

Jetzt gehört der fünfgeschossige Bau mit dem charakteristischen Erker einem Investor. Dieser teilte dem BR über einen Anwalt mit, nichts veranlassen zu wollen, was rechtlich nicht erlaubt ist. Anwohner Daniel Karrasch beruhigt das nicht. Die Menschen im Viertel seien sehr aufgebracht, sagt er, und fordert den Erhalt der Villa. "Wir fordern die Stadt auf, sich einzusetzen und eine Vision zu erarbeiten, wie wir in Zukunft leben wollen", so Karrasch.

Erhaltungssatzung für Augsburg als Lösung?

Eine Lösung für den Erhalt von nicht denkmalgeschützten Gebäuden wie der Diesel-Villa könnte eine Erhaltungssatzung sein. An einem Entwurf für eine solche Vorschrift arbeitet die Bauverwaltung momentan, wie Augsburgs Baureferent Gerd Merkle auf BR-Anfrage schriftlich mitteilte. Das Papier soll nach seinen Angaben baldmöglichst dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Historische Gebäude als "Identitätsstifter"

Durch die Erhaltungssatzung könne in sensiblen Quartieren die Stadtgestalt sowie das Orts- und Landschaftsbild geschützt werden, schreibt der Augsburger Baureferent. Die Stadt könne charakteristische Merkmale festlegen, die bei baulichen Veränderungen wie Neubau, Umbau oder Abbruch nicht beeinträchtigt werden dürfen. "Immerhin sind historische Gebäude wichtige Identitätsstifter, die Stadtquartieren ein unverwechselbares Gesicht geben", findet Merkle.

Unterschriften-Aktion der Anwohner

Ungewiss ist, ob die Erhaltungssatzung noch beschlossen wird, bevor an der Augsburger Hochfeldstraße schweres Gerät mit der Abrissbirne anrollt. Im Bismarckviertel bündeln die Anwohner deshalb die Kräfte. Sie sammeln im Internet Unterschriften für den Erhalt der Diesel-Villa und anderer Gebäude, die das Stadtbild bestimmen, aber nicht unter Denkmalschutz stehen.

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